Haldensleben l Als Beitrag der Kulturfabrik zum Stadtjubiläum sieht Janina Otto, Leiterin des Alsteinklubs in der Kulturfabrik, die Ausstellung „60 Jahre Rock! Haldensleber Bandgeschichte(n)“, die am Sonnabend um 17 Uhr eröffnet wird. Eigentlich aber ist es auch ihr ganz persönlicher Beitrag, denn sie hat ein halbes Jahr lang Material für die Ausstellung zusammengetragen, hat mit 40 Zeitzeugen Interviews geführt, hat daraus Texte geschrieben, Fotos eingescannt und schließlich 13 Ausstellungstafeln gestaltet. „Das wäre aber nicht möglich gewesen ohne die Hilfe der Beteiligten“, sagt Janian Otto, „die Ausstellung lebt davon, auch von Anekdoten.“

Akteure aus diesen Jahrzehnten kommen am Sonnabend auch zu Wort und sind offen für Gespräche nach der offiziellen Eröffnung der Ausstellung. Die Schau soll Erinnerungen wecken, Bandmitglieder sollen sich erinnern und natürlich auch all jene, die dieser Musik gelauscht haben oder danach getanzt haben.

Anekdoten zusammengetragen

Haldensleber Rockmusikgeschichte von 1956 bis heute auf 13 Schautafen. „Die Ausstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit“, sagt Janina Otto. So hat sie zwar die Namen von 80 Bands zusammengetragen, aber nur von 60 Bands hat sie nähere Informartionen bekommen. Der Aufruf in der Volksstimme habe sehr geholfen, Zeitzeugen zu finden. Und dann habe ihr mancher Gesprächspartner noch weitere Leute aus der Musikszene genannt. Axel Husar habe mit seinem Fotoarchiv sehr geholfen.

Sie wollte ganz bewusst nicht nur die 60er Jahre beleuchten, sondern die Bands bis heute benennen, sagt Janina Otto. Denn die Haldensleber Musikszene lebt, wenn auch die jüngeren Bands nicht viel Auftrittsmöglichkeiten haben.

Sie ist als neutrale Person, als Außenstehende an dieses Projekt herangegangen. Und sie hat verschiedenste Musikrichtungen gefunden – Punk, Hardcore, Schulcombos, Blaskapellen, Coverbands, die in der DDR Amateurtanzkapellen hießen.

Video- und Audioschleife

Der Ausgangspunkt für das Projekt war ursprünglich die Auflösung der Ausstellung „Jung sein in der Ära Ulbricht“ von der Gedenkstätte Deutsche Teilung. „Wir wurden gefragt, ob wir die Tafel über die Elektrons haben wollten“, erzählt Janina Otto. Natürlich wollten sie. Renate Schmidt, Leiterin der Abteilung Kultur in der Stadtverwaltung, sei dann auf die Idee gekommen, die Haldensleber Rockmusikgeschichte genauer zu untersuchen. Und Janina Otto hat sich mit großem Eifer in die Arbeit gestürzt.

In der Ausstellung werden eine Video- und eine Audioschleife laufen – für Clips und zum Reinhören. Auf einer kleinen Bühne werden Originalinstrumente aufgebaut – Schlagzeug und Bass von den Elektrons, ein Akkordeon von den Klingenden Sternen, eine Gitarre von den Phons, eine selbstgebaute Gitarre vom Punkpionier Wolfgang Miehe und ein selbstgebauter Bass von Fatman Strikes.