Wegenstedt l Die Zacken haben es ihm angetan: Seit über 40 Jahren sammelt Werner Wille Briefmarken. Er besitzt Tausende der kleinen zackigen Wertstücke und über 200 historische Postkarten. Der Rottmersleber gehört zum Verein der Briefmarkenfreunde von Haldensleben und Umgebung.

Anlässlich des 500-jährigen Reformationsgedenkens im letzten Jahr hat der Vatikan eine Briefmarke herausgegeben. Sie zeigt das Tympanon über dem Eingang der Wittenberger Schloßkirche. Darauf knien Martin Luther und Philipp Melanchthon unter dem Kreuz. Diese Briefmarke war Anlass für den Freundeskreis der Wegenstedter Geschichtswerkstatt, die gegenwärtige Ausstellung zur Reformation ein zweites Mal zu erweitern. Pfarrerin Irene Heinecke begrüßt die Besucher zur Eröffnung der Schau. „Angedacht waren erst mal ein paar Tafeln. Dann wurden es immer mehr. Und nun ist der ganze Vortragsraum ausgefüllt. Die Ausstellung ist sehr kleinteilig. Man braucht viel Zeit, aber der Besuch lohnt sich“, versichert die Pastorin und bedankt sich bei den Sammlern.

Von der Kindheit bis zum Tod

„In unserem Verein sind etwa 30 Mitglieder, davon sind es etwa zehn Sammlerfreunde, die Ausstellungen machen“, schildert der 78-Jährige. Jeder der Briefmarkenfreunde hat sich auf ein Gebiet spezialisiert. „Wir helfen uns gegenseitig und tauschen. Ich bin auf Gemeinschaftsausgaben gestoßen“, sagt Wille und zeigt Briefmarken mit gleichem Luther-Motiv. Die Marken wurden gemeinsam von Brasilien und Deutschland herausgegeben. „Nur der Betrag auf der Marke ist anders“, erklärt der Sammler. Gegliedert ist die Ausstellung angefangen mit Tafeln von Luthers Kindheit bis zu seinem Tod. Gezeigt werden Briefmarken aus verschiedenen Ländern zu Luthers Wirken und Gedenken, auch zum 500jährigen Reformationsgedenken.

Bilder

„Es sind aber nicht nur Briefmarken zu sehen. Belegt werden Luthers Wirkungsorte mit alten und neuen Postkarten sowie mit Briefen. Dabei ist der Stempel ganz wichtig und natürlich, dass der Marke keine Zähne fehlen“, beschreibt Wille. Einbezogen sind die Orte der Region mit alten Postkarten. Bewundert werden können unter anderem Ansichten von Wegenstedt, Grauingen, Etingen und Erxleben. „Mein größter Schatz ist die kleinste Bibel der Welt. Die Schrift ist sehr klein und auf englisch. Man kann die Bibel in Briefmarkengröße nur unter einem Vergrößerungsgerät lesen“, sagt Wille und zeigt auf das Mini-Buch.

Weitere Tafeln sind unter anderem über die Postgeschichte von Klaus Hirschfeld und Postkarten mit historischen Ansichten von Maik Schröder zu sehen. Spannendes wurde über die Straße der Romanik und über den Bau des Mittellandkanals zusammengestellt. Eine Tafel über den Drömling gibt es vom Sammler Reiner Albrecht zu bestaunen. Zu sehen ist die Ausstellung in Wegenstedt auf Anfrage noch bis zum 31. August unter Telefon 039054/2490. Im September ist die Briefmarken- und Postkartenschau dann in Erxleben zu sehen.