Haldensleben l Seit jeher haben die Menschen eine enge Verbindung zu Schwalben. Besonders in der Symbolik und in Redewendungen taucht der Vogel immer wieder auf. Ob die Schwalbe als ein Vorbote für den Sommer gilt – „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“ – oder als Ankünder von schlechtem Wetter – „Siehst Du die Schwalben niedrig fliegen, wirst Du Regenwetter kriegen“ heißt es in einer alten Bauernregel.

Die meisten Menschen also mögen Schwalben, und die Vögel fühlen sich auch in einer von Menschen geprägten Umgebung grundsätzlich wohl. Ideale Voraussetzungen also für eine harmonische Koexistenz, und dennoch gehen die Bestände von Schwalben seit Jahren zurück. Wesentliche Ursachen dafür sind fehlende Nistmöglichkeiten sowie ein Mangel an geeignetem Material für den Nestbau.

Angst vor Verschmutzung

Oftmals zerstören Hausbesitzer aus Angst vor Verschmutzung die Nester oder besorgte Bauern verschließen ihre Ställe, um vermeintlichen Hygieneanforderungen gerecht zu werden. Dabei gefährden die Tiere weder Gesundheit noch die Lebensmittelsicherheit. Bei vielen Menschen hat aber ein Umdenken stattgefunden und sie ermöglichen den Vögeln, an ihren Häusern und Ställen zu nisten.

Deswegen zeichnet der Naturschutzbund Sachsen-Anhalt seit mittlerweile sieben Jahren „Schwalbenfreundliche Häuser“ aus. Der Nabu möchte mit der Auszeichnung von Gebäuden, in oder an denen Schwalben nisten, um Toleranz und Verständnis aber auch Akzeptanz für die Vögel werben und auf schwindende Brutmöglichkeiten hinweisen, da die Insektenfresser von Jahr zu Jahr seltener werden. Schwalben gehören wie Mauersegler und Haussperlinge zu den bekanntesten Vögeln und sind aus den Dörfern und Städten eigentlich nicht wegzudenken.

Auch Betriebe melden sich

„Besonders erfreulich ist, dass sich neben Bürgern mit ihren privaten Wohnhäusern und Ställen, Scheunen, Garagen, Werkstätten oder Schuppen auch viele Firmen und Betriebe bei uns gemeldet haben, die sich für den Schwalbenschutz gleichermaßen engagieren“, freut sich Anette Leipelt vom Nabu Sachsen-Anhalt.

Außergewöhnlich groß war das Engagement im vergangenen Jahr im Landkreis Börde. Hier wurde 34 mal das Prädikat „schwalbenfreundlich“ ausgestellt. Die meisten „Schwalbenfreundlichen Häuser“ stehen aber weiterhin im Salzlandkreis, wo seit die Aktion aus der Taufe gehoben wurde, 216 Häuser ausgezeichnet worden sind. Landesweit waren es seit 2012 bereits mehr als 800.

Bewerbungen erbeten

Auch in diesem Jahr möchte der Nabu gemeinsam mit dem Umweltministerium von Sachsen-Anhalt wieder „Schwalbenfreundliche Häuser“ auszeichnen. Die Bewerbungsunterlagen und weitere Informationen zu der Aktion stehen im Internet.