Da reibt sich der Haldensleber Autofahrer die Augen! Es gibt eine neue Ampel in der Stadt, die scheinbar immer grün bleibt. Zwischen Otto-Kreuzung und der Kreuzung an der Agip-Tankstelle steht sie, des Autofahrers liebste Ampelanlage. Kräftig leuchtet sie grün, schon von weitem springt sie einem ins Auge.

Warum die Haldensleber mit einer solch seltenen Ampel, die ihre Arbeit scheinbar völlig nutzlos tut, gesegnet wurde? Auf dem Abschnitt soll später – viele, viele Jahre später – die B 245 n anschließen. Damit ist jene Bundesstraße gemeint, die den donnernden Verkehr heutzutage noch über die Gerikestraße durch das Stadtzentrum führt und irgendwann – in vielen, vielen Jahren – genau an dieser Stelle angeschlossen werden soll. Und da die Ampel bis dahin sozusagen arbeitslos ist, winkt sie die Autofahrer durch.

Nur einmal, vor etwa einer Woche, als die Kreuzung geöffnet wurde, da stand die Ampel plötzlich auf Rot. Der gemeine Autofahrer, der seine Ortsausfahrt nach so vielen Jahren Bauzeit endlich genießen wollte, trat völlig verdutzt auf die Bremse. Hier, wo in vielen, vielen Jahren Verkehr zu erwarten ist, soll ich stehenbleiben? Wie bitte? Stefan Hörold, seinerseits Bereichsleiter des Regionalbereiches Mitte der Landesstraßenbaubehörde, beruhigt. Hier löste ein Baustellenfahrzeug die Technik aus, die den Rechtsabbiegerstreifen schnell leeren will. Nur, dass da eben derzeit keiner rechts abbiegen kann, weil ja erst in vielen, vielen Jahren eine Straße dort sein wird. Aber das weiß ja die Ampel nicht.

Und doch ist es keine immergrüne Ampel, wie Hörold verlauten lässt. Für Fahrradfahrer und Passanten, die man in Gewerbegebieten ja bekanntlich zuhauf sieht, ist die Ampel scharfgestellt. Wenn sie die Straße queren wollen, macht die Ampel das möglich. Aber psssst, das wird nur ganz selten so sein. Also bleib weiter immergrün, du liebste Ampel in Haldensleben!