Bülstringen l Die Einführung des Glasfaserkabels für die digitale und damit schnelle Datenautobahn werde gern mit den Autobahnen verglichen. „Sehen wir uns mal die Autobahn 14 an, die ohne alle die Hürden und Hindernisse vielleicht schon durchgängig bis Schwerin befahrbar wäre.“ Landrat Martin Stichnoth (CDU) fand am Dienstag, 21. Mai 2019, klare Worte, was die scheinbar unendlich langen Wege in Vorbereitung auf die Einführung des schnellen Netzes in kommunaler Regie betrifft. „Angesichts von 180 Millionen Euro Fördermittel müssen wir transparent sein. Dadurch dauert alles, denn wir haben viele Pflichten und Regeln zu beachten“, sagte der Landrat.

„Endlich bekommen wir die Auffahrt auf die Highspeed-Datenautobahn“, griff Verbandsgemeindebürgermeister Mathias Weiß (parteilos) das Autobahnbild auf. Bis 350 Haushalte und Unternehmen in Bülstringen und Wieglitz könnten mit dem Glasfaserkabel ans schnelle Netz angeschlossen werden.

Bürgerversammlung geplant

Bülstringens Bürgermeister Sven Fahrenfeld (UWG) sprach von einem zeitweisen Vertrauensverlust bei den Bürgern, weil die ganze Vorbereitung und Planung so lange gedauert hätte. Doch jetzt fänden sich wieder interessierte Bürger im Bürgermeisterbüro ein, um sich über die Anschlussmöglichkeiten und -verträge zu informieren. In einer Bürgerversammlung am kommenden Dienstag, 28. Mai 2019, sollen Bülstringer und Wieglitzer Einwohner im Begegnungszentrum aktuell informiert werden.

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„Es braucht sehr viele Hände bis zum neuen Glasfasernetz“, hatte Mathias Weiß bis hin zur aktuell bauausführenden Firma zahlreiche involvierte Vertreter von Firmen und Institutionen vorgestellt, die den symbolischen Spatenstich am Begegnungszentrum setzten. Ein modernes, leistungsfähiges Netz sei heute so unverzichtbar wie Strom. In den kommenden Monaten würden etliche Kilometer Netz verlegt und Verteilerkästen gesetzt. „Mit dem Aufbau des kommunalen Breitbandnetzes setzen wir ein Zeichen für die Zukunft für Bülstringen und seine Einwohner“, so Mathias Weiß.

Er konnte mit Uwe Müller, Gerhard Reinecke und Jürgen Kuhnert Gemeindevertreter aus Calvörde, Flechtingen und Altenhausen begrüßen, die sich aus der Verbandsgemeinde neben Erxleben ebenfalls entschieden hatten, dem kommunalen Glasfasernetz den Vorrang vor anderen Mitbewerbern zu geben.

Weiter geht's in Flechtingen

Flechtingen wird die nächste Gemeinde sein, die auf diese Weise mit einer Auffahrt zur Highspeed-Datenautobahn erschlossen wird. Deshalb seien heute auch die Planer aus Potsdam nicht dabei, erklärte der Verbandsgemeindebürgermeister, denn sie würden bereits an den Unterlagen für Flechtingen arbeiten.

Die Altmärker Baufirma plant die Umsetzung ihres Auftrages, das Verlegen eines Leerrohrsystems und der Hausanschlüsse, bis zirka Ende Juli. Begonnen wurde am Montag. Die Kabelgräben werden hauptsächlich in den Nebenanlagen der Straßen ausgeschachtet, eine weitgehende Erreichbarkeit der Grundstücke soll gewährleistet bleiben.