Haldensleben l Das Heft trägt den Titel „Der Roland von Neuhaldensleben“. Seinen Kern bildet ein gleichnamiges, rund 100 Jahre altes Gutachten. Wie Klaus Hirschfeld informiert, hatte es der damalige Haldensleber Bürgermeister Otto Boye in Auftrag gegeben. Er wollte unter anderem wissen, ob der Haldensleber Roland wirklich drehbar war.

Deshalb wandte sich Otto Boye an den Experten Georg Sello aus Bremen. Der hatte sich der Erforschung von Rolandstandbildern verschrieben. Wichtig zu wissen: Damals stand noch der sogenannte zweite Roland auf dem Marktplatz, der heute im Museum untergebracht ist. Er stammt aus dem Jahr 1528 und wurde 1927 durch einen Nachfolger ersetzt. Nach dem heutigen Kenntnisstand stammt die erste Erwähnung eines Haldensleber Rolands aus dem Jahr 1419. Daher rührt auch das aktuelle Jubiläum. Damals gab es vermutlich ein hölzernes Standbild.

Sondermarke wird gezeigt

Neben dem Gutachten umfasst die Broschüre viele Bilder sowie umfangreiches philatelistisches Material. Das kommt nicht von ungefähr. Schließlich gehört Klaus Hirschfeld zu den Briefmarkenfreunden von Haldensleben und Umgebung und war lange deren Vorsitzender. „Schon als Kind habe ich an Heimatkunde Interesse gehabt“, führt der Haldensleber aus. Der besondere Fokus lag allerdings vor allem auf Briefmarken und postgeschichtlichen Themen.

Doch Post- und Heimatgeschichte überschneiden sich. Klaus Hirschfeld stammt aus Klinze bei Weferlingen. Durch seine Frau kam er nach Haldensleben. Hier gibt es mehrere Objekte, die sowohl in der Heimat- als auch in der Postgeschichte eine Rolle spielen, zum Beispiel die alte Post am Postplatz und das Kühnesche Haus, das früher eine Postwärterei beherbergte. Auch der Roland stand für Briefmarken und Poststempel Modell.

Das ist 2019 erneut der Fall: Am heutigen Sonnabend, 13. April 2029, feiert die Kulturfabrik ihren 20. Geburtstag. Die Briefmarkenfreunde von Haldensleben und Umgebung sind mit dabei. Sie wollen bei diesem Anlass unter anderem eine neue Roland-Marke der Biberpost vorstellen. Für Sonnabend, 4. Mai 2019, ist in der Kulturfabrik eine Briefmarkenbörse unter dem Motto „600 Jahre Roland“ geplant. Zu ihr sind auch Gäste aus anderen Rolandstädten wie Calbe, Halberstadt, Stendal und Brandenburg eingeladen. Wie Klaus Hirschfeld erzählt, war er auch lange bei den Natur- und Heimatfreunden des Kulturbundes aktiv. Noch heute lässt ihn die Faszination für die Geschichte nicht los. „Ich treibe mich viel im Archiv herum“, erklärt Hirschfeld.

Bei dem neuen Heft handelt es sich bereits um die vierte heimatgeschichtliche Broschüre, die der Haldensleber herausgibt. 2016 legte er das Werk „Allerlei Halbvergessenes aus Stadt und Flur Neuhaldensleben“ von Hugo Zernial aus dem Jahr 1900 neu auf. 2017 folgte Zernials „Aus der alten Stadt. Neuhaldensleber Erinnerungsbilder“. Bei beiden übertrug Klaus Hirschfeld die Fraktur aus den Originalen in eine moderne Schriftart. Allerdings sind diese Broschüren mittlerweile vergriffen. 2018 veröffentlichte er das selbst verfasste Heft „Rund um den Bierkellerberg“. Die neue Broschüre ist vor wenigen Tagen erschienen. Sie umfasst 76 Seiten und ist im Bücherkabinett erhältlich.