Haldensleben l Was macht Haldensleben aus? Wie sieht die Stadt in Zukunft aus? Fragen wie diese sind es, die den Haldenslebern gestellt werden. Dafür sind die Planer vom „Büro für urbane Projekte“ aus Leipzig seit Wochen in der Stadt unterwegs. Nun können auch Bürger an dem Prozess mitwirken, an dessen Ende ein Stadtentwicklungskonzept stehen soll.

Entwickelt werden soll eine Strategie der Stadt für die kommenden zehn Jahre und darüber hinaus. „Haldensleben 2030+“ heißt der Konzepttitel. „Die Menschen, die hier leben, sollen sich Gedanken machen, wie verschiedene Themen in Zukunft hier laufen sollen“, erklärt Andreas Paul von der ausführenden Firma. Dabei kann es um die Gesellschaft selbst, um ihre Lebendigkeit, um Mobilität oder Wirtschaft, um Kultur und das Miteinander gehen – die Themenschwerpunkte können die Haldensleber selber setzen.

Ab sofort können sich alle Interessierte online an einer Diskussion beteiligen oder ihre Ideen per Postkarte einsenden, die im Stadtgebiet verteilt sind. „Die Stadt, das sind die Menschen selbst. Deshalb sollen die Menschen an dem Projekt mitarbeiten“, sagt Andreas Paul.

Pandemie zwingt zum Umdenken

Dabei mussten auch die Macher aufgrund der Corona-Pandemie umdenken. So war beispielsweise ein öffentliches Forum geplant, das nun aufgrund der Verordnungen abgesagt werden musste. Deswegen wird sich das Angebot vor allem auf digitaler Ebene bewegen.

Insgesamt drei Filme sind entstanden, die den Bürgern das Projekt näherbringen sollen und Anstoß für die Diskussion geben sollen. Diese werden in den nächsten Tagen im Internet veröffentlicht. Außerdem ist eine Internetseite entstanden, auf der mitdiskutiert werden kann. Bis Ende des Jahres haben Bürger die Möglichkeit, sich einzubringen.

Damit es nicht so theoretisch bleibt, hat Andreas Paul ein Beispiel, wie so ein Vorschlag ablaufen kann: „Wenn wir sehen, dass viele Teilnehmer sich wünschen, dass Haldensleben in Zukunft eine attraktive Stadt für Familien wird oder bleibt, nehmen wir das als Schwerpunkt auf. Die Konsequenz könnte beispielsweise sein, über einen großen Abenteuerspielplatz im Stadtgebiet nachzudenken.“

Sortieren und bewerten

Nach der Phase der Bürgerbeteiligung sollen die eingegangenen Informationen laut Andreas Paul sortiert und bewertet werden. Im Frühjahr soll es dann Diskussionsforen mit den Ideen geben. Im Anschluss sollen aus diesen Ideen Projekte werden, die umgesetzt werden sollen. Diese werden der Öffentlichkeit auch vorgestellt. In der letzten Phase soll dem Stadtrat eine schlussreife Fassung vorliegen.

Aus den ersten Gesprächen, die Andreas Paul und sein Team mit Vertretern der Stadtgesellschaft bisher schon geführt haben, zeige sich ein „positives Bild“. Haldensleben werde als wirtschaftlicher und kultureller Leuchtturm der Region wahrgenommen.

Die Wünsche für das künftige Haldensleben können unter www.civocracy.org/haldensleben abgegeben werden.