Finanzierung

Bülstringen beteiligt sich an Kosten für Schulsozialarbeit in Flechtingen

Von Carina Bosse
Im Sommer 2019 hatten Schüler, Eltern und Lehrer schon einmal erfolgreich um den Erhalt der Stelle ihrer Schulsozialarbeiterin gekämpft.
Im Sommer 2019 hatten Schüler, Eltern und Lehrer schon einmal erfolgreich um den Erhalt der Stelle ihrer Schulsozialarbeiterin gekämpft. Foto: Carina Bosse

Bülstringen

Das gerade in diesen schwierigen Zeiten von Wechselunterricht, Präsenz- und Homeschooling wichtige Thema der Schulsozialarbeit beschäftigte am Montagabend die Bülstringer Gemeinderatsmitglieder während ihrer Sitzung im Kommunikations- und Begegnungszentrum. Denn die Stelle der Schulsozialarbeiterin in Flechtingen ist nach dem Schuljahr erneut vakant, weil im Sommer eine Förderung für diese Stelle ausläuft.

Die Grundschüler aus Bülstringen und Wieglitz besuchen die Grundschule in Flechtingen, die mit Svenja Domagala eine engagierte Fachkraft in der Schulsozialarbeit beschäftigt. Bürgermeister Sven Fahrenfeld ist voll des Lobes. Das vielschichtige Aufgabengebiet der Schulsozialarbeit sei gerade in Zeiten von Corona eine unerlässliche Stütze in den Schulen.

Als verlässliche Ansprechpartner sind Schulsozialarbeiter Bindeglied zwischen Schülern, Lehrern und Eltern, agieren im Einzelfall genauso souverän wie bei der Unterstützung der Gruppenarbeit oder mit Arbeitsgemeinschaften und in der Mediation.

Schulhund wird von Sozialarbeiterin betreut

In Flechtingen gibt es noch die Besonderheit eines Schulhundes, der von Svenja Domagala geführt und betreut wird und soziale Kompetenzen bei den Schülern und innerhalb der Schulgemeinschaft herausbildet.

Bislang fiel es schwer, Kontinuität in die Arbeit des Schulsozialarbeiters zu bekommen, vor allem, weil die Stelleninhaber immer wieder mit jährlichen Verlängerungen und so mit unsicheren Zukunftsaussichten zu kämpfen haben. Finden sie eine andere, verlässlichere Anstellung, wechseln sie häufig.

Svenja Domagala fühlt sich trotz eines täglich langen Anfahrtsweges jedoch wohl in Flechtingen, Kollegen, Kinder und Eltern wissen ihre Arbeit zu schätzen. Schon einmal hatten Grundschüler und Lehrer gemeinsam für den Erhalt ihrer Stelle gekämpft - mit Erfolg und auch dank des Engagements der Gemeinden Flechtingen und Bülstringen. Denn beide tragen bereits einen Teil der Personalkosten für die Schulsozialarbeiterin.

Landkreis finanziert acht Stellen

Die Flechtinger Stelle gehört zu einen Programm im Landkreis Börde, das acht Stellen durch eine zweckgebundene Rücklage des Kreises finanziert. Jährlich belaufen sich die Kosten auf rund 500.000 Euro für Personal-, Sach- und Verwaltungskosten.

Der Landkreis versucht, mit Unterstützung der Schulträgergemeinden die Stellen bis zum Schuljahr 2023/24 fortzuführen. Ziel ist dann eine Überführung aller insgesamt 39 Schulsozialarbeiterstellen in ein Programm. 31 Stellen werden gegenwärtig von einen Programm des Europäischen Sozialfonds (ESF) gestützt, deren Verlängerung bis zum Schuljahr 2023/24 bereits in Aussicht gestellt ist.

Diskussionen um eine finanzielle Unterstützung aus dem Haushalt der Gemeinde Bülstringen gab es überhaupt keine. Die Ratsmitglieder waren sich einig über die Bedeutung und den unterstützungswürdigen Charakter der Schulsozialarbeit. Der Anteil der Gemeinde Bülstringen wurde in einer Absprache mit Flechtingen mit 25 Prozent festgelegt, erläuterte Bürgermeister Sven Fahrenfeld. Ärgerlich sei nur, dass „wir Personalkosten aufgedrückt bekommen, die wir eigentlich nicht zu tragen haben“.

Auf die Gemeinde Flechtingen entfielen 75 Prozent zur Finanzierung Aus beiden Mitgliedsgemeinden besuchen Kinder nämlich die Grundschule in Flechtingen.

Der Landkreis beteiligt sich ab dem 1. August 2021 mit 50 Prozent an den Gesamtkosten über zwei Jahre. Damit ergibt sich zur Fortführung der Schulsozialarbeit eine finanzielle Beteiligung für die Gemeinden Flechtingen und Bülstringen von jährlich 31.250 Euro. Auf Bülstringen entfallen in den kommenden zwei Jahren 15.625 Euro.