Haldensleben l Die Kreisstadt soll einen neuen „Sportplatz“ bekommen – einen Calisthenics Parcours. Die Sportart Calisthenics, Ende des vergangenen Jahrtausends in New York „erfunden“, wird auch in Deutschland immer beliebter. Calisthenics wird im Freien mit dem eigenen Körpergewicht an Klimmzugstangen, Barren und Hangelstangen oder zumindest an allem, was dazu umfunktioniert werden kann, trainiert. Es gibt auch extra Geräte dafür, und die könnten bald auf dem Alten Friedhof stehen.

Die Idee dazu stammt von Tom Schmidt. Der 29-jährige Haldensleber hat sich seit 2014 Calisthenics verschrieben, beschäftigt sich in seiner Freizeit ausgiebig damit. „Es ist ein Ausgleich zum Alltagsstress, fördert die Fitness und die Gesundheit, tut Körper und Seele gut“, beschreibt er seine Motivation. Natürlich geht es auch ums Können. „Es gibt verschiedene Figuren mit hohem Anspruch, beispielsweise die ,menschliche Flagge‘. Sogar Meisterschaften gibt es“, so Schmidt weiter.

Vor gut drei Jahren hat er die Idee für einen Parcours bei der Stadt eingereicht. Nun ist es erstmals im Sozialausschuss vorgestellt worden. „Es ging darum, einen geeigneten Standort zu finden, nach Möglichkeit innenstadtnah“, erklärt Petra Albrecht.

Die Abteilungsleiterin für Stadtplanung und Umwelt hat drei Standorte auf dem Alten Friedhof für den Parcours favorisiert, wobei der auf Höhe des Schulhofes der Pestalozzischule ihrer Meinung nach am geeignetsten ist. „In der Innenstadt selbst haben wir nur wenige Plätze. Die sind eher ungeeignet, weil sie zum einen für das Altstadtfest mit genutzt werden, da würden die Geräte vermutlich stören. Und auch der Fallschutz wäre dort nur schwer zu realisieren, da sind Grünflächen besser geeignet“, meint Albrecht.

Gesucht wurde der Standort auch in Hinblick auf die städtischen Fördergebiete. Albrecht plant, für die Realisierung Fördermittel aus dem Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ zu nutzen. „Daher auch die unbedingte Nähe zur Innenstadt. Sie soll schließlich belebt werden, und der Calisthenics Parcours wäre als öffentliche Anlage durchaus eine Möglichkeit dafür“, ist sie überzeugt.

Sie rechnet mit Kosten von rund 45 000 Euro, die für das „Fitness-Studio im Freien“ mit Reck-, Sprossenwand- und Barrenelementen sowie schräge Rampen aufgewendet werden müssten. Unterstützung für das Vorhaben gibt es auch vom Verein „Wir für euch“, und Initiator Tom Schmidt hat sich bereit erklärt, als Übungsleiter zu fungieren und auch Workshops anzubieten.

Grundsätzlich zeigen sich die Sozialausschuss-Mitglieder offen für das Vorhaben, plädieren aber dafür, dass der Stadtrat darüber entscheiden solle. Daher wird im Bauamt nun eine entsprechende Beschlussvorlage erabeitet, die zunächst in den Fachausschüssen beraten werden soll, bevor sich der Stadtrat mit dem Vorhaben beschäftigt.