Haldensleben l Manche Sportarten, wie beispielsweise Volleyball, Badminton, der Rollschuhsport oder auch Turnen, können nur in Turnhallen stattfinden. Hallenschließungen während der Schulferien sorgen für Trainingspausen, was manche Haldensleber stört.

Stadtrat Dirk Hebecker wurde schon öfter von Sportlern aus Haldensleben und Süplingen darauf angesprochen, ob eine Öffnung in diesen Zeiten nicht doch möglich wäre, erklärte er in der jüngsten Tagung des Schul-, Sozial-, Kultur- und Sportausschusses. Das Hauptanliegen der Sportler sei, dass sie das Interesse bei ihren Nachwuchssportlern am gemeinsamen Spiel in den Ferien wecken möchten, wie er in seinem Antrag, der im Ausschuss besprochen wurde, schreibt.

Der Antrag wurde von den Stadtratsmitgliedern durchaus positiv aufgenommen, wie in der Diskussion deutlich wurde. Auch die Stadtverwaltung hatte sich bereits schriftlich in einer Stellungnahme dazu geäußert. In dem Schreiben wird deutlich: So einfach ist die Umsetzung einer Öffnung der Sporthallen in den Ferien nicht. Demzufolge würden alleine 17.800 Euro Reinigungskosten durch den Sportbetrieb an 61 Ferientagen entstehen.

Hinzu kämen die Betriebskosten wie Strom, Wasser und Heizung. Da diese Kosten sehr unterschiedlich ausfielen, habe man nur die Reinigungskosten aufgeführt, erklärte Doreen Scherff von der Stadtverwaltung. „Das ist von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig, beispielsweise, wie viel geheizt werden muss oder wie viele duschen“, so Scherff. Ein weiteres Argument gegen die Öffnung sind die Reinigungs- und Wartungsarbeiten während der Ferien.

Kinder froh über Erholung in den Ferien

Tim Teßmann ist nicht nur als CDU-Stadtrat Mitglied im Ausschuss, sondern auch aktiver Handballer. Er finde die Idee prinzipiell auch nicht schlecht. Nachdem es nun jedoch möglich ist, dass die Vereine die Sportstätten weiterhin kostenlos nutzen können, bereiten ihm mögliche zusätzliche Kosten für die Feriennutzung Sorgen. „Ich möchte nicht, dass wir in drei Monaten über allgemeine Nutzungsgebühren für Vereine sprechen“, meinte er im Ausschuss.

Auf Anfrage der Volksstimme sagte er: „Wir haben das durchgerechnet. Für uns Handballer würden zwischen fünf- und zehntausend Euro Kosten für die Hallennutzung entstehen.“ Bei der Jugendgruppe der Handballer habe bisher in den Ferien kein Training stattgefunden. „Damit haben wir auch gute Erfahrungen gemacht. Sie sind auch mal froh, wenn sie einfach durchatmen können“, so Teßmann.

Vorstandsvorsitzender Danny Meyer vom Haldensleber Sportclub findet die Idee für Trainingszeiten in den Ferien gut. „Bei uns wären davon besonders die Sportarten Turnen, Rollsport, Karate und Tischtennis betroffen“, erklärt er. Es würden sicherlich in den Ferien weniger Sportler kommen, meint er.

„Wir bieten das Schachtraining im Mehrgernationenhaus EHFA an. Es kommen immer ein paar Kinder, um Schach zu spielen“, weiß Meyer aus Erfahrung. Das Angebot in den Ferien gebe es seit zwei Jahren. Der Vorteil sei, dass man durch mit den kleineren Gruppen intensiver trainieren könne. „Mit einer entsprechenden Planung und vorherigem Abfragen bei den Mitgliedern sind Öffnungen in Ferien durchaus denkbar“, meint Danny Meyer.

Fraktionen beraten über Antrag und Umsetzung

Gerade für die Rollschuhsportler, die nur in der Halle trainieren können, wäre es eine positive Entwicklung. Stefan Hasche, der Abteilungsleiter erklärt, dass es bisher nur mit Sonderanträgen möglich war, die Sporthallen der Stadt Haldensleben und vom Landkreis Börde zu nutzen.

„Nach den Weihnachtsferien geht es bei uns mit der Saisonvorbereitung los. Das Problem ist, dass dann kurze Zeit später mit den Winterferien schon wieder eine Trainingspause ist. Deshalb würden wir es begrüßen, wenn wir auch da trainieren könnten“, meint Hasche. Bei den 45 Kindern würden sich sicherlich einige finden, die zum Training kommen würden. Gerade jetzt zum Neustart nach Corona wären zusätzliche Übungsstunden in den Ferien begrüßenswert, um mögliche Defizite aufzuholen. „In den Sommerferien würden wir das nur nach Absprache machen. Die Hausmeister und unsere Trainer müssen sich ja auch mal erholen können.“

Ob es tatsächlich zu Öffnungen in den Ferien kommen wird, ist noch ungewiss. Da es bei den Mitgliedern des Schul-, Sozial-, Kultur- und Sportausschusses viele Ideen für Kompromisse und Umsetzungsöglichkeiten gab, soll der Antrag nun noch einmal in den einzelnen Fraktionen besprochen werden, bevor darüber abgestimmt werden soll.