Haldensleben l Um die Impfung gegen das Coronavirus in der Börde zu erleichtern, bietet der Landkreis Personen über 80 Jahren an, sich an ihrem Wohnort impfen zu lassen. Damit fallen in vielen Gemeinden lange Anfahrtswege zum Impfzentrum in Haldensleben weg. Der Ablauf wird mit den Impfwilligen Wolmirstedt und Wanzleben erprobt, nun folgen auch die anderen elf Gemeinden der Börde.

Insgesamt 64 Prozent der angeschriebenen Anwohner in Wanzleben und Wolmirstedt hatten sich für eine Impfung vor Ort entschieden. In Wanzleben haben sich 630 Über-80-Jährige für das Impfen vor Ort entschieden, in Wolmirstedt 550 Personen. Ab dem 15. März werden diese Personen von mobilen Impfteams gegen das Coronavirus immunisiert. Das Impfzentrum hat für die Impfungen in Wolmirstedt eine Woche eingeplant, in Wanzleben werden zwei Wochen veranschlagt.

Dabei soll laut Landkreispressesprecher Uwe Baumgart in Wolmirstedt in der Sporthalle der Gemeinschaftsschule Gottfried-Wilhelm-Leibniz geimpft werden, in Wanzleben im Vereinshaus am Kultursaal. Die Räumlichkeiten wurden von den jeweiligen Stadtverwaltungen vorgeschlagen und vom Team des Impfzentrums auf Herz und Nieren geprüft.

Nachdem die Modellstädte nun eingetaktet sind, werden auch die restlichen elf Gemeinden in das dezentrale Impfen einbezogen. Über-80-Jährige in den Gemeinden Barleben, Hohe Börde, Niedere Börde, Sülzetal, Elbe-Heide, Flechtingen, Obere Aller, Westliche Börde sowie den Städten Haldensleben, Oebisfelde-Weferlingen und Oschersleben erhalten in den kommenden Tagen einen Brief vom Landkreis.

Darin enthalten ist ein Schreiben des Landkreises, dass über das Projekt, den Prozess und die Impfung aufklärt. Dort können die Briefempfänger ihre Daten eintragen und die Formulare zurück an die jeweilige Gemeinde oder Stadt schicken. Anschließend erhalten die Impfwilligen einen weiteren Brief mit den Dokumenten, die für eine Impfung erforderlich sind. Diese Unterlagen müssen sie zum Impftermin mitbringen. Den Impftermin erhalten die Über-80-Jährigen rechtzeitig.

Räume werden organisiert

Die Bürgermeister der jeweiligen Gemeinden und Städte sind laut Uwe Baumgart informiert, entsprechende Räumlichkeiten für das mobile Impfen vor Ort bereitzuhalten. Bei flächenmäßig großen Kommunen sei außerdem angedacht, mehrere Impfpunkte anzubieten. So könnte an einem Tag in einer Ortschaft geimpft werden und am nächsten Tag zieht das mobile Impfteam weiter. Das erspart den Impfwilligen weite Anfahrtswege. Als Beispiel dafür nennt Uwe Baumgart die Stadt Oschersleben, die sehr viele Ortschaften im Umkreis vereint und sich mehr als Impfpunkt anbietet.

Sind die Über-80-Jährigen im Landkreis geimpft, wird das Projekt anschließend auf die sogenannte Personengruppe 2 ausgeweitet. Damit erhalten Personen, die über 70 Jahre alt sind, ebenfalls per Post das Angebot erhalten, sich vor Ort impfen zu lassen. Dafür soll laut Landkreis eine gesonderte Hotline eingerichtet werden, die Ende Februar freigeschaltet werden könnte.

Voraussichtlich ab dem 1. März soll das Impfzentrum in Haldensleben geöffnet werden. „Voraussetzung ist jedoch, dass genügend Impfstoff vorhanden ist“, sagt Uwe Baumgart. Dann können sich Menschen der ersten Prioritätsgruppe per Telefon unter der Hotline 116117 oder im Internet Termine buchen. Dazu zählen Menschen über 80, außerdem Frauen und Männer, die durch ihre Arbeit in Krankenhäusern, Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen oder Impfzentren ein besonders hohes Ansteckungsrisiko haben. Vorerst erhalten wie in der Bundesimpfverordnung vorgeschrieben nur die Personen der ersten Prioritätsgruppe Termine.

Inzwischen haben im Landkreis Börde insgesamt 3566 Menschen die Erstimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Knapp die Hälfte davon sind Bewohner in Pflegeheimen und Über-80-Jährige, die andere Hälfte der Impfdosen wurde an das medizinische Personal in Pflegeheimen und Krankenhäusern verimpft. Die für den vollen Impfschutz notwendige zweite Impfung haben insgesamt 2396 Personen erhalten. In dieser Woche wurde erstmals der Impfstoff von Astrazeneca in der Börde verimpft. Davon standen 1200 Dosen zur Verfügung. Vom Hersteller Biontech erreichten den Landkreis 1170 Dosen.