Haldensleben l Wo einst Kinderfüße umhertappelten, ziehen nun medizinische Standards ein. In den Räumen am Waldring 113 b/c war in den vergangenen Tagen reger Betrieb. Dort ist das Impfzentrum für den Landkreis Börde entstanden. Damit ist der Weg frei für Massenimpfungen, die vor einer Infektion mit dem Virus schützen sollen.

Die Impfungen sollen unter anderem zuerst in Pflegeheimen beginnen. Deswegen schwärmen die beiden mobilen Impfteams ab Montag aus. Im Vorfeld haben die Einrichtungen angegeben, welche Personen geimpft werden wollen.

Der Landkreis erhält am Sonntag laut Landrat Martin Stichnoth voraussichtlich 760 Impfdosen, die komplett verimpft werden sollen. Am 30. Dezember soll eine weitere Lieferung folgen. „Das erscheint wenig, aber das Impfen ist auch ein Prozess“, sagt Martin Stichnoth. Etwa 5500 Personen fallen im Landkreis Börde unter die vulnerablen Gruppen, die zuerst geimpft werden sollen. Bundesgesunheitsminister Jens Spahn hat laut dpa-Informationen mehrmals angekündigt, dass es zu Beginn nur wenig Impfdosen gebe. Beim Hochfahren der Impfzentren könnte der Start schwierig werden, sagte er. Aber man müsse miteinander lernen in dieser Pandemie.

Ab Mitte Januar könnten die ersten Personen in Haldensleben geimpft werden, schätzt der Landkreis. Dann ist es möglich, bis zu 180 Personen täglich im Impfzentrum zu immunisieren. Die Impftermine werden ausschließlich über eine Hotline vergeben, die bald freigeschaltet werden soll. Die offizielle Telefonnummer wird noch bekannt gegeben. Dort werden direkt zwei Impftermine festgelegt, die 21 Tage auseinander liegen.

Für die Impfwilligen vor Ort stehen zwei Impfstrecken auf zwei Etagen zur Verfügung. Der Ablauf ist immer gleich. Die Patienten folgen einer Einbahnstraße vom Ein- bis zum Ausgang. Vor der Tür wird ein Sicherheitsbeamter von allen Impfwilligen die Temperatur prüfen. Ist diese über 37,5 Grad Celsius, wird der Eintritt verwehrt. Außerdem wird abgefragt, ob die Personen Erkältungssymptome haben. Ist das der Fall, wird der Zutritt ebenfalls verwehrt.

Einbahnstraße für Impfwillige

Anschließend geht es in einen Bereich, in dem die Besucher sich selbst anmelden. Hier steht Personal bereit, das bei der Anmeldung sowie dem Einlesen der Karte behilflich ist. Die Personen erhalten einen Aufklärungsbogen, den sie aufmerksam lesen müssen. Danach geht es weiter in einen Wartebereich, in dem die Freiwilligen mit 1,5 Metern Abstand zueinander sitzen. Bis zu 16 Personen können sich hier aufhalten.

Der nächste Schritt ist ein Gespräch mit einem Arzt. Dort können Fragen zum Impfen geklärt werden. Der Arzt kontrolliert die Vollständigkeit der ausgefüllten Impfbögen. Außerdem prüft er Vorerkrankungen und Allergien des Patienten und entscheidet, ob geimpft werden darf oder nicht.

Gibt der Arzt grünes Licht für die Impfung, führt die Strecke in einen weiteren Raum, der mit schwarzen Raumteilern versehen ist. Sechs Personen können hier geimpft werden. Die Dosen darf nur impfbefähigtes Personal mit einem entsprechenden Zertifikat verabreichen. Im Anschluss geht es weiter in einen Warteraum, wo die geimpfte Person 30 Minuten bleiben muss. Dort sind sanitätsdienstliche Mitarbeiter vor Ort, sollte es zu Allergien oder anderen Reaktionen kommen.

Bevor es für den Geimpften zur Tür hinaus geht, warten in einem weiteren Raum noch Verwaltungsangestellte. Dort findet das sogenannte Patienten-Monitoring statt. Dabei werden die Daten des Patienten aufgenommen, die wichtig für die Übermittlung ans Robert-Koch-Institut (RKI) sowie dem Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt, sind.