Haldensleben l Seit knapp vier Wochen müssen Schüler wegen der Corona-Pandemie aus dem Homeoffice lernen. Dabei stoßen einigen Gymnasiasten und ihren Eltern die Masse an Aufgaben übel auf. Es sei kaum zu schaffen, sagen sie. Teilweise würden die Schüler bis in die Abendstunden an ihren Aufgaben sitzen. Doch Homeoffice kann und soll die Schule nicht ersetzen, das hat das Landesschulamt bereits mehrfach verdeutlicht.

Schulleiter Marco Ladewig sagt auf Volksstimme-Anfrage, er habe noch keine derartigen Beschwerden aus der Schülerschaft oder dem Kollegium erhalten. „Es ist für uns alle eine neue Situation. Wir wissen aber, dass die Aufgaben für die Schüler an die Umstände angepasst werden müssen“, so Ladewig. Viele Kollegen würden den Druck spüren, immerhin seien auch sie getrieben von einem Fachlehrplan, der erfüllt werden muss. „Die Abschlüsse müssen justiziabel sein“, sagt er. An dem Gymnasium werden 750 Schüler werden von über 60 Lehrern unterrichtet.

Die Schüler stehen derzeit im Austausch in der Lernplattform „Moodle“. Dort könne jeder Schüler direkten Kontakt zum Lehrer aufnehmen. Auf der Plattform können Aufgaben hochgeladen werden, die die Schüler dann erfüllen und die Lösungen ihrerseits wieder hochladen können. Die Kollegen hätten umsichtig reagiert und beispielsweise Vorträge per Videokonferenz halten lassen, berichtet Ladewig.

Trotzdem beschreibt ein Elternteil, das seinen Namen nicht in der Volksstimme lesen will, dass selbst am Sonntag vor den Osterferien noch Aufgaben per Mail ins Kinderzimmer flatterten. Das Kind hätte die Osterferien damit verbracht, die Aufgaben aufzuholen, die es vorher nicht geschafft hat.

Peggy Deutschmann, die Vorsitzende des Schulelternrates, hat von Problemen im Homeoffice noch nichts gehört. „Für manche sind es zu viele Aufgaben, für manche zu wenige. Das ist sehr individuell“, sagt sie. Eine Umfrage im Schulelternrat habe nur einzelne Probleme zutage gefördert. „Der allgemeine Tenor ist eher, dass die Aufgaben gut zu bewältigen sind.“ Was jedoch klar wurde: Die Schüler wünschen sich eine intensivere Rückmeldung ihrer Lehrer. Der Schulleiter hat sich daraufhin mit seinem Kollegium auf einheitliche Formate für die Aufgaben sowie feste Zeiten geeinigt, die das Arbeiten im Homeoffice vereinfachen sollen.

„Es ist oberste Prämisse, das es den Kindern gut geht“, sagt Ladewig. Es könne nicht sein, dass die Kinder nun mit Aufgaben bombardiert werden. Außerdem betont der Schulleiter, dass es keine Strafen gibt, wenn Aufgaben nicht geschafft werden. „Wir müssen das unter pädagogischen Gesichtspunkten bewerten“, sagt er. Wichtig ist, dass die Lehrer ihre Schüler weiterhin beim Lernen begleiten – wenn auch nur digital.