Stein-Gymnasium

Der 2015er Jahrgang der Gemeinschaft

Nicht besondere Höchstleistungen in der Schule, sondern als Jahrgang des Zusammenhalts und der Gemeinschaft wird der Abiturjahrgang 2015 aus Weferlingen in Erinnerung bleiben.

Von Carina Bosse

Weferlingen l Nach den Sommerferien wird sich Karl Spenn erst einmal neue Freunde im Freiherr-vom-Stein-Gymnasium suchen müssen. Das jedenfalls behauptet der Schülersprecher aus der 11. Klasse der Weferlinger Schule am Sonnabend anlässlich der Entlassungsfeier für die Abiturienten des Jahrganges 2015.

Nicht durch Höchstleistungen im Unterricht oder durch besonderes soziales Engagement hätte sich dieser Jahrgang ausgezeichnet, sondern durch seine Gemeinschaft, und das jahrgangsübergreifend, meint Karl Spenn in seiner erfrischenden wie knackigen Rede im Namen der Weferlinger Gymnasiasten. Vom Klassenclown bis zum Streber hätte sich dieser Jahrgang zusammengefunden, und trotz aller Unterschiede - oder gerade wegen dieser Unterschiede - eine von Toleranz und Akzeptanz geprägte Gemeinschaft gebildet und Karl Spenn mittendrin.

34 junge Menschen verlassen das Gymnasium mit dem erfolgreichen Abschluss ihrer Reifeprüfungen, vier erhalten den erweiterten Realschulabschluss. 

Schulleiterin Kornelie Wahner-Willems vergleicht den Lebensweg der jungen Leute mit dem Bau eines Hauses. Noch halb im Elternhaus und mit einem Bein schon im Rohbau eines neuen, eigenen Hauses, hätten die junge Leute alle Chancen, ihren eigenen Lebensweg zu finden und zu beschreiten. Dabei stünde ihnen die Welt offen. Doch zugleich warnt die Schulleiterin vor einem allzu großen Vertrauen in die digitalen Medien, die die Absolventen ihr ganzes Schulleben über zunehmend begleitet hätten. Auch sie betont die Gemeinschaft, aber nicht die vor dem Computer, sondern im direkten Miteinander. Die Lehrer hätten sie ein gutes Stück des Wege zum eigenen Haus begleitet, die Eltern noch ein viel längeres Stück.

Der Förderverein des Gymnasiums, vertreten durch Astrid Malicke, die stellvertretende Vereinsvorsitzende, ehrt die Schüler mit den besten Leistungen. Mit einem Durchschnitt von 1,4 verlassen Sina Ehrlich und Jan Mertens die Schule, einen Durchschnitt von 1,5 schafft Jessica Adam.

In Erinnerung bleiben werden die kulturellen Verdienste von Martin Schliephacke, Viktor Jarek, Eric Metzner und Sarah Cherubim, die von der Schulleitung geehrt werden. Als technisches Genie hat sich so manches Mal Pascal Mahlow um Veranstaltungen der Schule verdient gemacht. Als Schülersprecher wird Kevin Jakisch gedankt.

Für herausragende mathematische Kenntnisse werden von der Deutschen Mathematikervereinigung Sina Ehrlich und Sophie-Charlott Piele ausgezeichnet. 

Mit einem Augenzwinkern und einer kessen Rede dankt Floyd Schöbel Lehrern und Eltern im Namen seiner Mitschüler. Sicher würde so mancher demnächst gern nach der Pause die Schulglocke noch einmal ertönen hören, meint er. Freundschaften würden nun aber auseinander gehen und Verbindungen aufgelöst, denn nach den langen gemeinsamen Schuljahren müsse jeder seinen eigenen Weg gehen. „Wir stehen am Scheideweg, uns stehen alle Himmelsrichtungen offen. Das Leben ist noch lang, mal sehen, wo es uns hinführt“, sagt Floyd Schöbel. Sieger seien sie alle schon geworden, denn niemand habe aufgegeben. Ihnen sei klar geworden, dass sie die Welt nicht verändern, wohl aber etwas darin bewegen könnten.

Die musikalischen und rezitatorischen Beiträge zur feierlichen Zeugnisübergabe sind wohl gewählt, treffen den Zeitgeist und Geschmack der Gäste in der vollbesetzten Alten Turnhalle und der Schulabgänger des Jahres. Zum Feiern ging es im Anschluss in das Haus der Generationen und Vereine.