Breitbandausbau

Die Bauarbeiter in Calvörde sind schnell, doch die Breitband-Engel zu langsam

Von Anett Roisch
Die Leerrohre für das schnelle Internet sind am Calvörder Markt verlegt, jetzt verlegen die Arbeiter die Pflastersteine.
Die Leerrohre für das schnelle Internet sind am Calvörder Markt verlegt, jetzt verlegen die Arbeiter die Pflastersteine. Foto: Ulrich Ueckert

Calvörde

Der kommunale Breitbandausbau war Thema der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Wirtschaftsausschusses der Gemeinde Calvörde. „Der Ausbau läuft derzeit im Flecken Calvörde auf Hochtouren. In Dorst und Zobbenitz sind wir mit dem Tiefbau durch“, informierte Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake (CDU).

Nach aktuellem Stand finden die Arbeiten an den Straßen im Flecken in der Geschwister-Scholl-Straße, Zu den Amtsgärten, Gänsemarkt, Am Grieps, Teufelsküche, Amtsweg, Neustadtstraße und Hafenstraße statt. „Noch nicht überall sind die Straßenoberflächen verschlossen, aber es geht voran“, sagte der Gemeindechef. Als nächstes steht die Erschließung des schnellen Internets im Bereich des Gehweges und zum Teil auch im Straßenbereich unter anderem für die Polschebock-Straße, Bahnhofstraße, An der Kirche, Riehegärten, Hegstraße, An der Kirche, Gardelegener Straße, Halbemondstraße und Gänsefleck an. Ab Montag, dem 10. Mai, sollen die Arbeiten für das Glasfasernetz in Velsdorf beginnen. Dann folgt die Strecke nach Wegenstedt. Dabei soll die Grundschule mit eingebunden werden. „Wir können auf einen zügigen Arbeitsfortschritt blicken“, schilderte Schliephake. 

Angebot kommt per Post

Die Anwohner erhalten – nach den Ausführungen des Bürgermeisters – per Postwurf ein Schreiben der „Breitbandengel“, Mitarbeiter vom Unternehmen DNS:NET, mit entsprechenden Kontaktdaten. Es bestehe noch bis zum Baubeginn die Möglichkeit, sich einen kostenlosen Glasfaseranschluss bis ins Haus zu sichern.

Aufgrund mehrfacher Nachfragen sei es wichtig, dass, wenn die Bauarbeiter klingeln, die Kopie der Vorbestellung bereit gehalten wird, damit etwaige Fragen im Zusammenhang mit dem Hausanschluss sofort geklärt werden können. Die „Breitbandengel“ der DNS:NET seien  unter Telefon 030/667 65 400 erreichbar. 

Sofortige Klärung hätte sich auch Hubertus Nitzschke (UWG) gewünscht. „Wir kämpfen jahrelang, dass wir das kommunale Breitband bekommen. Ich hatte vor drei Jahren schon den Antrag für den Anschluss abgegeben, aber die Arbeiter haben an unserem Haus An der Ohre in Calvörde vorbei gebuddelt“, schilderte Nitzschke und erklärte, dass er sich „maßlos geärgert“ habe. „Die Tiefbauarbeiter arbeiten sehr sauber und schnell. Dies kann ich nur bestätigen, aber die ,Breitbandengel', die die Verträge abschließen, kommen einfach nicht hinter her. Das ist eine Frechheit“, schimpfte der Calvörder und schilderte die tagelange Odyssee per Mail und am Telefon. Ähnliche Erfahrung hatte auch Michael Böwing (UWG) aus Calvörde gemacht. „Die Kommunikation ist ganz schlecht. Es ist also kein Einzelfall“, sagte Böwing.

Nitzschke schlug vor, dass ein Mal in der Woche ein Vertreter von DNS:NET im Bürgerhaus ist, damit die Interessenten dann auf dem schnellen Weg einen direkten Ansprechpartner haben.

Der Calvörder stellte den Antrag, dass jemand aus der DNS:NET-Geschäftsführung bei der Verbandsgemeinde Flechtingen Rede und Antwort steht, um diese Probleme künftig aus dem Weg zu räumen. Der Verbandsgemeinderat tagt am Dienstag, 11. Mai, um 18.30 Uhr im Haus der Jugend und Vereine in Flechtingen.