Haldensleben l Der digitale Wandel geht an keiner Kommune vorbei. Das Thema greift ins Private, in die Wirtschaft der Stadt, in den Schulen, der Kultur. Deshalb hat sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, das Modellprojekt „Smart Cities“ zu fördern. Darin werden digitale Ansätze entwickelt und erprobt. Nun möchte die Stadt die Chance ergreifen, Haldensleben weiter zu vernetzen.

Förderung von 750 Millionen Euro

Ein bundesweiter Wettbewerb könnte dabei helfen. Bei den „Smart Cities“ sollen über einen Zeitraum von zehn Jahren in vier Staffeln rund 50 Modellprojekte mit etwa 750 Millionen Euro gefördert werden. Dabei werden sich nicht nur die jeweiligen Kommunen untereinander austauschen, sondern auch die Bürger sollen einbezogen werden. Wichtige Erfolgsfaktoren seien „die Kreativität der Bürger, mutige Unternehmer, engagierte Verbände, Netzwerke und Initiativen“, wie in der Bewerbung der Stadt zu lesen ist.

Darin weist die Stadt auch auf die Digitale Agenda für Haldensleben hin, mit der sie eine Vorreiterrolle innerhalb der Kommunen Sachsen-Anhalts einnehme. Dafür hat sich im Juni eine Arbeitsgruppe zusammengesetzt. Im Regionalen Digitalisierungszentrum in Althaldensleben haben drei Mitarbeiter die Arbeit aufgenommen, die jene Leitziele umsetzen, die sich Haldensleben im Rahmen der Digitalisierung gesteckt hat.

Breitbandausbau bald abgeschlossen

Ein weiteres Großprojekt ist nach langem Hin und Her bald abgeschlossen: Der Breitbandausbau. „Es gibt punktuell noch Probleme, die in den nächsten Wochen abgestellt werden“, sagt Stadtpressesprecher Lutz Zimmermann. Dann soll flächendeckend schnelles Internet verfügbar sein. In allen Gewerbegebieten liege das schnelle Glasfasernetz bereits an. Damit sei die Voraussetzung für weitere Schritte in der Digitalisierung gegeben.

Ein weiterer Schritt ist die Bewerbung als „Smart City“. Sollte die Stadt den Zuschlag bekommen, kann mit bis zu 260.000 Euro Fördermitteln gerechnet werden. Die Förderquote beträgt 65 Prozent. Deshalb will die Stadt insgesamt 400.000 Euro für das Projekt in den Haushaltsplan aufnehmen. Diese steht laut Zimmermann für verschiedene Teilprojekte der lokalen Digitalen Agenda bereit. Die Antragstellung für den Wettbewerb habe außer Arbeitszeit bislang keine Kosten verursacht.

Digitaler Dienstleister

In der Bewerbung steht zu den Ambitionen der Stadt: „Wir wollen uns damit nicht nur als Kommunalverwaltung in den kommenden Jahren zu einem digitalen Dienstleister für Bürger und Unternehmen weiterentwickeln, sondern auch über den Tellerrand schauen, und der Region Haldensleben wichtige Impulse in der Regionalentwicklung geben, um die Attraktivität als Lebensraum und Wirtschaftsstandort nachhaltig zu sichern.“

Das letzte Wort hat der neu gewählte Stadtrat, der am Donnerstag, 11. Juli, zusammenkommt.