Haldensleben l Stimmung wie bei einem Klassentreffen: Zur offiziellen Inbetriebnahme des neuen Gebäudekomplexes hatte der Landrat auch ehemalige Kreistagsmitglieder eingeladen. Schließlich haben auch sie ihren Anteil an Planung und Umsetzung des Vorhabens. Denn die Entscheidung hat nicht nur in der aktuellen Legislatur stattgefunden. Bereits 2011 wurde aus den Reihen der damaligen Kreistagsmitglieder ein Arbeitskreis Verwaltungsstandort gegründet.

Die Planung eines Neubaus war notwendig geworden, weil der Vermieter des bisherigen Verwaltungssitzes in der Gerikestraße –Ifa Rotorion – Eigenbedarf angemeldet hatte. Im Nachhinein ist Landrat Hans Walker darüber froh, dass so der Anschub für das Bauvorhaben gegeben wurde, sagte er am Mittwoch.

Planung begann 2011

Bis zum Baubeginn dauerte es dann aber noch mehrere Jahre. Im März 2016 wurde der erste Spatenstich auf dem Gelände an der Bornschen Straße gesetzt. Von da an ging alles sehr schnell, wie sich Saleg-Geschäftsführer Rüdiger Schulz erinnerte. Die Sachsen-Anhaltinische Landesentwicklungsgesellschaft (Saleg) fungierte im Auftrag des Landkreises als Bauherr.

In nur 19 Monaten ist das über 12.000 Quadratmeter große Gebäude aus dem Boden gestampft worden. Der Kostenrahmen von 26,5 Millionen Euro konnte gehalten werden. „Wir haben hier keinen Berliner Flughafen und auch keine Hamburger Elbphilharmonie“, sagte Walker schmunzelnd.

Energieeffizientes Gebäude

Schulz machte den Besuchern klar, was für ein „Schätzchen“ im Herzen der Stadt entstanden ist. Bei dem Bau handelt es sich um ein sogenanntes KfW 50 Haus. Das energieeffiziente Gebäude mit seinen 283 Solarmodulen auf dem Dach wird so also nicht nur mit günstigen Krediten gefördert, sondern es hilft auch, Betriebskosten zu senken.

„Für die Haldensleber freut es mich besonders, dass dieses Ufo jetzt in der Stadt gelandet ist“, sagte Rüdiger Schulz. Stolz zeigte sich auch Architekt Ulrich Kirchner, dass er den Zeitrahmen halten konnte. „Das Bauvorhaben war mit seiner Aufgabenstellung von extrem engen Terminvorgaben geprägt“, so Kirchner. Am Ende hätte alles gut geklappt, so Schulz zum Landrat: „Sie haben bestellt und wir haben pünktlich geliefert.“

Gebäude bietet 12.000 Quadratmeter

Und für die knapp 26,5 Millionen Euro, die der Landkreis sich sein neues Domizil hat kosten lassen, hat er einiges geliefert bekommen: 435 Räume hat das Gebäude, 257 davon sind Büros. Genug Platz also für die 413 Schreibtische und 357 Aktenschränke. Dort haben die Inhalte der 7000 Umzugskartons, die von der Gerikestraße in die Bornsche Straße verfrachtet worden sind, reichlich Platz. 42 Sanitäranlagen wurden installiert, 153 Kilometer Strom- und 71 Kilometer Datenkabel verlegt, 620 Heizkörper und 536 Fenster eingebaut.

„Ich freue mich über dieses Mehrgenerationenhaus, das hoffentlich auch über seinen Abschreibungstermin hinaus noch Generationen dienlich sein wird“, so Landrat Hans Walker am Ende des Abends.