Weferlingen l Mehr als 60 Bürger aus Weferlingen und Umgebung waren der Einladung des Weferlinger Ortsbürgermeisters Dirk Kuthe (SPD) zum Neujahrsempfang gefolgt. „Das zeigt mir, dass es wichtig ist, solche Zusammenkünfte im Bemühen um ein aktives Gemeindeleben zu initiieren“, freute sich der Ortsbürgermeister über die Resonanz aus Vereinen, Gruppen, Institutionen und von privat. Ganz aufgeregt fieberte er seiner Begrüßungsansprache entgegen.

Dass der Flecken Weferlingen ein Ort ohne eigenen Haushalt sei, mache es an vielen Stellen schwer, ihn wirtschaftlich und kulturell voranzubringen. Trotzdem sei der Ortschaftsrat stets bemüht, konstruktive Vorschläge zu unterbreiten und in die Tat umzusetzen.

Dirk Kuthe erinnerte an das Bemühen, den Burghof neu- und umzugestalten. Doch es fehlt an Geld.

Auch für die Straße an der Burg bemühten sich die Ratsmitglieder mittlerweile seit Jahren um ein Tempolimit oder einen Fußgängerüberweg, um gerade den älteren Bürgern ein gefahrloses Überqueren der Landesstraße zu ermöglichen. Die Begründung der Behörden, es sei zu wenig Verkehrsaufkommen, könne kein Weferlinger verstehen.

An die Adresse von Landrat Martin Stichnoth (CDU), der es sich nicht nehmen ließ, persönlich nach Weferlingen zu kommen, schickte Dirk Kuthe seine Bitte, sich für eine Beseitigung des Schandflecks am Platz der Jugend einzusetzen. Dort war im Sommer 2016 ein altes Haus eingestürzt und später aus Sicherheitsgründen per Ersatzvornahme zu einem Trümmerhaufen eingerissen worden. Doch dieser Berg gammelt nun hinter einem einfachen Bauzaun vor sich hin, in unmittelbarer Nähe zu den Bushaltestellen für den Schülerpersonenverkehr.

Mit Blick auf die bevorstehenden Kommunalwahlen rief der Ortsbürgermeister zu Engagement auf. „Wir zeigen doch, dass es geht“, sagte er. Interesse an den Sitzungen sei vorhanden, das müsse doch für die zukünftige Arbeit zu nutzen sein.

Dank

Seinen Dank richtete er allen voran an die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Weferlingen. „So ein Jahr hat es wohl noch nie gegeben“, blickte Dirk Kuthe anerkennend zurück. Die Folgen der Dürre mildern, Brände löschen, Verstorbene bergen, Verletzte retten ... das Einsatzgeschehen hatte die ehrenamtlichen Brandschützer oft an ihre Grenzen gebracht.

Es waren aber auch die vielen kleinen Aktivitäten für und in Weferlingen, die gezeigt hätten, dass es viele Bürger gibt, die für ihren Ort anpacken.

Als Beispiel nannte der Ortschef Sören Peters, der seinen Radlader bereit gestellt hatte, als es darum ging, beim großen Frühjahrsputz die Löcher im Riesenfeld zu reparieren.

Zahlreiche Veranstaltungen, Konzerte und Feste mit dem Sportverein, dem Bürgerverein, der Kirche, den Kaninchen- und Rassegeflügelzüchtern, der Feuerwehr und der Volkssolidarität hätten zum regen Leben in der Gemeinde beigetragen.

Während des Empfanges im Versammlungsraum der Feuerwehr wurde aber nicht nur zurückgeblickt. Der Ortsbürgermeister wagte auch einen Blick in das Jahr 2019. Er gehe davon aus, dass der Ausbau des modernen Breitbandnetzes für die Region beginnt. Auch auf den Förderbescheid für den Grundschulneubau werde gegenwärtig gewartet. Begonnen werden müsse auf jeden Fall mit der Sanierung der Teichanlagen an der Zuckerfabrik, ehe daraus ein Wald wird. Außerdem soll mit den Anwohnern im Riesenfeld beraten werden, wie sie sich den Straßenbau vor ihren Grundstücken vorstellen. An vielen Stellen in Weferlingen gelte es, Löcher zu flicken.

Landrat

Der Landrat griff in seinem Grußwort die Worte von Dirk Kuthe auf. „Das Leben findet in den Orten statt, das gilt es zu erhalten. Sie alle halten das Leben in der Gemeinschaft vor Ort zusammen.“

Dass der Glasfaserausbau gefühlt nicht vorankomme, könne er verstehen. Allerdings müsse bedacht werden, dass ein Ausbau mit kommunaler Beteiligung nun einmal nicht so schnell sein könne wie die freie Wirtschaft. „Wir geben Steuergelder aus, die an Gesetze gebunden sind“, sagte Martin Stichnoth.

Hans-Werner Kraul (CDU), Bürgermeister der Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen, zitierte Wilhelm Busch, der einmal gedichtet hatte: Willst du froh und glücklich leben, lass kein Ehrenamt dir geben. Willst du nicht zu früh ins Grab, lehne jedes Amt gleich ab!

„Sie alle, die hier sitzen, beweisen das Gegenteil. Wir müssen es selbst in die Hand nehmen, denn jede Gemeinschaft ist nur so gut wie ihre einzelnen Glieder“, würdigte Hans-Werner Kraul das Engagement vieler.

Dirk Kuthe bedankte sich stellvertretend für alle stummen Helden des Ehrenamtes bei Heike Bernstorff und Olaf Hoffmann, Heike Kuthe, Heike Peters und Renate Preikschas.