Vereinsjubiläum

Erfolgreiches Mutter- und Tochter-Duo beim MTV Weferlingen

Wie die Mutter so die Tochter. Sowohl Erika Klische als auch ihre Tochter Gerlind Siebert haben beim MTV Weferlingen Vereinsgeschichte geschrieben.

Von Anett Roisch 13.07.2021, 13:52
Marco Radl (v.r.), Vorsitzender des MTV Weferlingen, dankte Gerlind Siebert und Erika Klische für ihren jahrzehntelangen Einsatz für den Weferlinger Handball.
Marco Radl (v.r.), Vorsitzender des MTV Weferlingen, dankte Gerlind Siebert und Erika Klische für ihren jahrzehntelangen Einsatz für den Weferlinger Handball. Foto: Anett Roisch

Weferlingen - Handball hat in Weferlingen lange Tradition, das ist vielen engagierten Sportlerinnen und Sportlern zu verdanken, die über Jahrzehnte in unzähligen Freizeitstunden dafür gewirkt haben. Erika Klische und ihre Tochter Gerlind Siebert gehören dazu. Im Rahmen der Ausstellung zum 140. Geburtstag des MTV wurde die Trainerinnen im Mädchen- und Frauenbereich mit einem Dankeschön für ihren unermüdlichen Einsatz verabschiedet.

„Erika ist gerade ein bisschen über 80“, sagte der MTV-Vorsitzende Marco Radl, als er beiden Blumen überreichte. 1978 hatte die Lehrerin mit einer Arbeitsgemeinschaft in der Schule angefangen. Lutz-Otto Westphal hatte sie damals angesprochen. Er hatte als junger Lehrer 1973 eine 5. Klasse mit 43 Schülern in der Planschule übernommen. Um die Jungen besser in den Griff zu bekommen, hat er sie für den Sport begeistert. Doch da hätten sich die Mädchen beschwert, deshalb habe er für die Mädchen Handballtraining organisiert. Als Erika Klische an die Schule kam, stieg sie beim Handballtraining für die Mädchen ein. Sie hatte selbst schon als Kind mit dem Handball begonnen.

Besonders intensiv wurde es, als sich auch Tochter Gerlind für den Sport begeistern ließ. „Das war eine sehr sportliche Klasse“, erinnert sich Erika Klische. Die Mädchen blieben lange zusammen, die meisten spielten auch noch viele Jahre gemeinsam in einer sehr erfolgreichen Frauenmannschaft. Erika Klische übernahm immer wieder jüngere Schülerinnen, formte aus den Mädchen erfolgreiche Teams, die den guten Ruf vom Weferlinger Handball nicht nur in der Region Magdeburg, sondern nach der Wende auch in Niedersachsen verbreiteten. Zeitweise gab es sogar zwei Mädchenmannschaften, in einer spielten nur Flechtingerinnen, erinnert sich Erika Klische, die inzwischen in Flechtingen wohnt, aber dem Weferlinger Handball immer weiter die Treue gehalten hat.

Anfangs fehlten die Gegner

Hans Kohlrusch hatte die engagierten Handballtrainerinnen und -trainer aus der Schule einst angesprochen, um den Handball auch im Sportverein zu etablieren. Doch als der Verein so viele Mannschaften hatte, die spielen wollten, fehlte es in Sachsen-Anhalt an Gegnern. Die Wege zu Punktspielen waren zu weit. Deshalb wurde extra ein Handballclub in Weferlingen gegründet, der jedoch seinen Sitz in Niedersachsen hatte, denn dort gab es in der Nähe sehr viele Vereine mit entsprechenden Mannschaften. Erika Klische hat Dirk Kuthe dabei unterstützt, die Weichen dafür zu stellen. Eine Frauenmannschaft mit Gerlind Siebert spielte dort sogar in der Regionaloberliga. Einige Jahre später kehrten die Handballer wieder in den MTV zurück, inzwischen hatte sich hier in der Region der Handball mehr etabliert. Die Spielerin Gerlind Siebert wurde zur Trainerin, mit ihrer Mutter bildete sie ein gutes Duo.

Als viele Sportler zum MTV-Jubiläum und zur Ausstellung im Heimat- und Apothekenmuseum zusammenkamen, gingen die Gedanken zurück. In den Anfangsjahren hieß es immer wieder, ihr könnt zu Spielen kommen, aber ihr müsst einen Schiri mitbringen. Auch aus Magdeburg kam diese Ansage. Das Problem konnten die Weferlinger lösen. Auch der Transport der Spielerinnen und Spieler war oft nicht einfach zu bewerkstelligen. Und bevor die Allertalhalle in Weferlingen gebaut wurde, mussten die Weferlinger immer zusehen, in welchen Hallen in der Nachbarschaft sie ihre Heimspiele austragen konnten. Allen Widrigkeiten zum Trotz lebt der Handball in Weferlingen bis heute. Auch dank Erika Klische und Gerlind Siebert.