Haldensleben l Der Strompreis der Stadtwerke Haldensleben steigt zum Jahreswechsel. Betroffen ist der Arbeitspreis, der um 2,9 Cent pro Kilowattstunde (kWh) teurer wird. Bei einem Haushalt mit zwei Personen, der im Durchschnitt 2500 kWh verbraucht, bedeutet das zirka sechs Euro mehr im Monat oder 72,50 Euro im Jahr. Es handelt sich dabei um die erste Preissteigerung der Stadtwerke seit sieben Jahren. Der neue Arbeitspreis liegt somit bei 27,81 Cent für den am häufigsten verwendeten Tarif der Stadtwerke – „SWH-Konstant“.

„Wir haben in den vergangenen Jahren günstig eingekauft“, begründet Geschäftsführer Detlef Koch das niedrige Preisniveau der Vergangenheit. In 2015 und 2016 gab es sogar zwei Preissenkungen. Doch für 2020 haben steigende gesetzliche Umlagen und der hohe Marktpreis an der Energiebörse auch Haldensleben erreicht.

Preise im Vergleich trotzdem günstig

Der Strom bleibt in der Kreisstadt trotz des Preisanstiegs im Landesvergleich günstig. Liegen die monatlichen Kosten in Haldensleben ab 2020 für 2500 kWh bei rund 64 Euro in der Grundversorgung, sind es in Magdeburg 69 Euro und Stendal sogar 77 Euro.

Auch wenn die Kosten im Vergleich gering sind – wie spart man Strom am besten? „Multisteckdosen sind versteckte Verbraucher“ oder „den Wasserkocher nicht voll befüllen“, rät Melanie Offelmann. Die Kundenbereiterin Stadtwerke weist auf die „Summe der Kleinigkeiten“ hin. Wichtiger sind aber die großen Stromfresser, wie Kühlschränke und Waschmaschinen, bei denen moderne, stromsparende Varianten einen großen Unterschied machen können, empfiehlt Offelmann.

Mehr in grüne Energie investieren

Insgesamt stammen 15 Prozent des Stroms der Stadtwerke aus eigener Produktion, was umgerechnet 20 Millionen kWh entspricht. Diese werden aus Erdgas gewonnen. „Wir würden gerne mehr in erneuerbare Energien investieren“, sagt Antje Streck, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit der Stadtwerke. Doch die Regionalplanung in Magdeburg für die Vergabe von Baugrund für Windkraftanlagen komme nicht vorwärts, erklärt Streck. Was an Windkraft fehlt, komme aber mit Sonnenenergie hinzu. Detlef Koch bestätigt, dass im Jahr 2020 etwa 5,5 Millionen kWh durch Photovoltaikanlagen, also Solarzellen, erzeugt werden sollen.

„Wenn die Energiewirtschaft die Vorgaben der Bundesregierung umsetzt, wird der Preis weiter steigen“, sagt Koch zur Strompreisentwicklung der nächsten Jahre. Der CO2-Preis spiele dabei eine wichtige Rolle. Doch den im Klimapaket der Bundesregierung veranschlagten CO2-Preis hält der Geschäftsführer der Stadtwerke bereits jetzt für Wahlkampf der Bundestagswahlen 2021. Der Preis pro Tonne CO2 steht bei Umweltverbänden in der Kritik, zu niedrig zu sein, um eine direkte Wirkung für den Klimaschutz haben zu können.

Detlef Koch zeigt sich trotz Energiewende selbstbewusst. Die Stadtwerke Haldensleben sollen auch zukünftig günstigen Strom liefern können.