Demonstration

Fahrrad-Demo für sicheren Radweg von Oebisfelde nach Wegenstedt

Es geht wieder los! Mitglieder der Bürgerinitiative „Pro Radweg“ kämpfen weiter für den Bau eines straßenbegleitenden Radweges entlang der Landesstraße 24 von Oebisfelde nach Wegenstedt.

Von Anett Roisch
Kinder präsentieren vor dem Start der Fahrrad-Demo Plakate, die im Hort der Rätzlinger Grundschule entstanden sind. Die Tour führte auf der Landesstraße 24 über Kathendorf und Etingen nach Wegenstedt.
Kinder präsentieren vor dem Start der Fahrrad-Demo Plakate, die im Hort der Rätzlinger Grundschule entstanden sind. Die Tour führte auf der Landesstraße 24 über Kathendorf und Etingen nach Wegenstedt. Foto: Anett Roisch

Rätzlingen - Vor dem Start der Tour wies Jörg Lauenroth-Mago, Sprecher der Bürgerinitiative (BI) „Pro Radweg“, auf den Welt-Fahrrad-Tag hin. Dieser Tag wird am 3. Juni begangen und wurde am 12. April 2018 als ein offizieller UN-Tag des Bewusstseins über die gesellschaftlichen Vorteile der Fahrradnutzung ins Leben gerufen. „Wir waren schon vorher aktiv“, sagte der BI-Sprecher, der in Rätzlingen zuhause ist, mit Stolz. Die Initiative wurde vor sieben Jahren gegründet. Es gehe darum, deutlich zu machen, dass die Straße „nicht zuerst für die Autos“ da ist. Die Kraftfahrer hätten auch kein Vorrecht. „Wir müssen uns nicht entschuldigen, denn die Straße ist auch für uns da. Es ist nervig, mit welcher Arroganz die Autofahrer immer meinen, über uns schimpfen zu dürfen, weil wir zu langsam seien, zu sehr in der Mitte oder zu zweit fahren.“ Das sei alles „totaler Käse“. Dies sei aber nicht nur ein Problem in der Region, sondern auf der ganzen Welt. Genau aus diesem Grund beteilige sich die BI auch an der weltweiten Bewegung „Critical Mass“. „Als viele Fahrradfahrer sind wir ein ganzer Tross, der etwas bewegen kann“, betonte Lauenroth-Mago.

Anders als sonst sind die Teilnehmer der Demo – nach Absprache mit der Polizei – auch nicht hintereinander, sondern im Konvoi gefahren. Das heißt, die Autos konnten nicht an der Gruppe vorbeifahren. Erst in Etingen machten die Radler in der Bucht der Bushaltestelle einen Zwischenstopp, um die Fahrzeuge vorbei zu lassen.

Jahrelanges Engagement der Bürgerinitiative

Lauenroth-Mago übermittelte Grüße von Einheitsgemeinde-Bürgermeister Hans-Werner Kraul, der sich entschuldigen ließ. Bei der nächsten Aktion am Freitag, 25. Juni, die in Oebisfelde startet und nach Bösdorf führt, sei Kraul wieder von der Partie. Kraul hatte in der jüngsten Stadtratssitzung verkündet, dass die Stadt das 67. Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft „Fahrradfreundliche Kommunen" Sachsen-Anhalt ist. Dies habe auch mit der BI und dem jahrelangen Engagement für den Radweg zu tun. Beim Blick in die Zeitung habe Lauenroh-Mago in den vergangenen Monaten das Gefühl gehabt, dass sich die ganze Welt etwas von der BI abgeguckt hat. „Es vergeht nicht ein Tag, an dem in irgendeiner Kommune über Aktivitäten für mehr Fahrradwege berichtet wird“, sagte der Rätzlinger. Und auch die Landesregierung stelle mehr finanzielle Mittel zur Verfügung.

Immer mehr junge Leute beteiligen sich an den Demos. Luna und Jette aus Etingen waren nicht zum ersten Mal dabei und erklärten: „Wir wollen den sicheren Weg, um unsere Freunde in den benachbarten Orten mit den Fahrrad besuchen zu können." In Etingen schlossen sich auch Bewohner vom „Mariannenhof“, einer Einrichtung für Menschen mit Handicap, dem Konvoi an. Ziel der Tour war der Teich in Wegenstedt. Dort gab es aktuelle Informationen. Mit dem Bau eines der Teilstücke soll noch in diesem Jahr begonnen werden.

Nach der Wahl wollen sich die Fahrradfreunde wieder an die neuen Landtagsabgeordneten wenden, sie zu den Touren einladen und den Dialog suchen, um mit ihrem Vorhaben voranzukommen.