Colbitz l Aus der Ferne schon kann man sie sehen: Pferde traben durch das kniehohe Gras der kargen Heidelandschaft. Ein idyllisches Bild – und ein sehr ungewöhnliches. Denn wir befinden uns auf dem Gelände des Gefechtsübungszentrums der Bundeswehr in der Colbitz-Letzlinger Heide. Für zehn Tage wird die Heide zu einem der Drehorte für den Kinofilm „Immenhof – Das Abenteuer eines Sommers“. Es handelt sich hierbei um die Neuverfilmung der Kultfilme aus den 1950er und 1960er Jahren.

„Als ich davon hörte, wurde ich an früher erinnert“, erzählt Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff bei seinem Besuch am Donnerstagnachmittag. „Wir haben die Filme zu Weihnachten immer bei meiner Tante geschaut. Für uns war das ein Blick in den Westen und ein Stück von dem, was wir nicht persönlich erleben konnten.“

Film soll auch Jüngere ansprechen

Auch Produzent Frank Meiling bekennt sich dazu, ein großer Fan der Originalfilme zu sein. „Viele der älteren Generation werden die Filme noch kennen. Gleichzeitig ist es aber auch eine neue, moderne Geschichte, die auch ein jüngeres Publikum ansprechen wird“, ist Frank Meiling überzeugt.

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Der Film handelt von Lou, gespielt von Leia Holtwick, die mit ihren Geschwistern auf dem Immenhof lebt. Die 16-Jährige leidet sehr unter dem Verlust des geliebten Vaters, der ein berühmter Pferdetrainer war. Als den Geschwistern die Gefahr droht, den Hof und die Pferde zu verlieren, riskiert Lou alles. Den Part des Gegenspielers mimt der Schauspieler Heiner Lauterbach. „Es geht um eine traumatisierte Familie, die ein bisschen so lebt wie Pipi Langstrumpf“, sagt die Drehbuchautorin, Regisseurin und Produzentin Sharon von Wietersheim.

Natürlich kommt bei all der Tragik auch die Liebe nicht zu kurz. Zwei Jungs kämpfen um Lous Herz, wie Frank Meiling verrät. Ein Freund aus der Heimat und ein hipper Youtuber aus der Großstadt. „Ich hoffe sehr, dass sie sich am Ende für ihren Freund aus der Heimat entscheidet“, sagt Reiner Haseloff.

Zehn Tage wird in der Heide gedreht

Anlässlich seines Besuchs gibt Frank Meiling einen Einblick in den Film und zeigt dem Ministerpräsidenten erste Szenen. „Ich bin mir sicher, dieser Film wird in die Geschichte des wiedervereinigten Deutschlands eingehen. Das wird auf jeden Fall ein Erfolg“, ist Reiner Haseloff begeistert. Auch seine Enkel würden den Film bestimmt mögen, insbesondere wegen der Pferde, sagt er weiter. Im Frühjahr soll der neue „Immenhof“ in den Kinos starten, die Dreharbeiten sind fast abgeschlossen. „Wir drehen noch zehn Tage und dann geht‘s ans Schneiden“, verkündet Frank Meiling.

Für Jungschauspielerin Leia Holtwick heißt es dann wieder die Schulbank zu drücken. Die Dreharbeiten seien eine ganz besondere Erfahrung für sie gewesen. „Wenn es sich ergibt, werde ich die Schauspielerei auf jeden Fall weiter verfolgen“, sagt sie auf eine Frage des Ministerpräsidenten.

Das Filmprojekt wird von der Mitteldeutschen Medienförderung gefördert. „Wir sind froh, dass der Kultfilm mit unserem Namen verbunden ist und wir uns mit der Filmförderung engagieren können“, findet Reiner Haseloff und stellt fest: „Sachsen-Anhalt ist ein Filmland.“ Insgesamt unterstützte die Mitteldeutsche Medienförderung den Film mit 400.000 Euro. „Das sind zehn Prozent des Gesamtbudgets, welches bei 4 Millionen Euro liegt“, so Frank Meiling.

Heidelandschaft begeisterte

Die Drehorte des Reiterhofes liegen nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern auch in Bayern, dem Saarland und Belgien. „Was Sie sicher noch nicht wussten ist, dass gleich dort hinten das Meer liegt“, erzählt Frank Meiling dem Ministerpräsidenten mit Blick in die Landschaft. Im Film werden sich die Szenen in der Heide nämlich unmittelbar mit denen abwechseln, die an der belgischen Küste gedreht wurden.

Scouts suchten vorab nach interessanten Landschaften und fanden schließlich die Colbitz-Letzlinger Heide. „Das ist so ein riesiges und wahnsinnig schönes Gelände“, schwärmt Sharon von Wietersheim. Die Landschaft ermögliche außerdem eine artgerechte Haltung der Pferde.

Auch von Seiten der Bundeswehr werden die Dreharbeiten mit Spannung verfolgt. „Die Bundeswehr stellt tatsächlich nur den Platz – wir spielen nicht mit“, versichert Hauptmann Alexander Helle.