Hundisburg l Genau 109 Jahre, nachdem vier Hundisburger Gutsbesitzer die Ziegelei gegründet hatten, schritten im April 1991 eine Frau und sieben Männer zum Notar und gründeten offiziell den Förderverein Technisches Denkmal Ziegelei Hundisburg, erinnerte Matthias Richter, heute Vorsitzender dieses Fördervereins, in der Festveranstaltung zu diesem Jubiläum. Renate Lehrmann, Ulrich Hauer, der Vorsitzender wurde, Wolfgang Kaiser, Hans Semerak, Engelbert Schmidt, Heinrich Lehrmann, Dietmar Schreiber und Holger Bönisch waren die Vereinsmitglieder der ersten Stunde, führte er an. Wenige Monate zuvor hatte der damalige Landkreis Haldensleben die Ziegelei in kommunale Trägerschaft übernommen.

Produzierendes technisches Denkmal

„Zweck der Vereinsgründung war die Erhaltung der Ziegelei Hundisburg als produzierendes technisches Denkmal und die Pflege traditioneller Techniken“, erklärte Richter. „Dabei wollte der Verein auch Träger von Projekten zur Förderung der Jugendpflege und Jugendfürsorge sowie zur Volks- und Berufsbildung sein, in der vorrangig sozial Benachteiligte eingebunden werden, die auf dem Arbeitsmarkt schwer zu vermitteln sind.“

Ganz besonders würdigte Richter die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis und dankte den Landräten Eckhard Sigusch, Thomas Webel und Hans Walker sowie den Mitarbeitern der Landkreisverwaltung. Das Technische Denkmal Ziegelei Hundisburg sei inzwischen ein Markenzeichen. Dank finanzieller Unterstützung vom Landkreis, vom Land, vom Bund und von der EU konnten in den 25 Jahren unzählige Projekte umgesetzt werden. Über 100 soziale Projekte im arbeitsmarktpolitischen, sozialen und kulturellen Bereich mit 1278 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und einem Finanzvolumen von 17,5 Millionen Euro führte Richter an. In Trägerschaft des Vereins und unter Anleitung der Mitarbeiter des Landkreises wurden in den vergangenen 25 Jahren insgesamt 21 denkmalgeschützte Objekte und technische Anlagen in der Ziegelei saniert oder erneuert.

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Ein wichtiger Meilenstein war 1993 die Aufnahme der Produktion von Handformziegeln und 200 bis 2005 die Wiederbelebung der historischen Kalk- und Gipstechnologie. „Hundisburg ist heute der einzige Lieferant von Sumpfkalkprodukten in Mitteldeutschland und in ganz Deutschland von historisch gefertigten Gipsen“, macht Matthias Richter deutlich. Geliefert wurde unter anderem zum Neuen Museum Berlin, nach Dresden, Weimar, Helsinki und Russland.

Der Vorsitzende führte weiter Ausstellungen, Fachtagungen, die alljährlichen Zieglerfeste, Jazzkonzerte und das Symposium Terra Arte an. Das Denkmal lebt, bekräftigte er, „es lebt von Ideen, vom Fleiß, von dem handwerklichen und künstlerischen Geschick der Menschen, die hier tätig sind.“

Minister Holger Stahlknecht, Landrat Hans Walker und Haldenslebens Bürgermeisterin Regina Blenkle würdigten das Engagement des Vereins. Dabei hoben sie vor allem den großen Einsatz aller Mitglieder hervor.