Haldensleben l In den ersten Tagen nach der Corona-Schließzeit war es voll in den Friseursalons der Stadt. Im Salon Melitta auf dem Süplinger Berg etwa: Bis zu 45 Kunden täglich seien bei ihr im Laden gewesen, berichtet Manuela Bergmann, die Filialleiterin. „Wir waren die ersten drei Wochen ausgebucht“, sagt sie. Das war im Mai.

Mittlerweile ist die Lage eine andere. „Die Situation hat sich normalisiert, der große Stau ist abgearbeitet“, sagt Doreen Künnemann-Plock, Bezirksleiterin bei Salon Melitta. Das Unternehmen hat insgesamt 60 Filialen, sechs davon in Sachsen-Anhalt. In Haldensleben betreibt die Firma zwei Friseursalons und einen Haarpflege-Shop. Auf Vorkrisen-Niveau seien sie noch nicht angelangt, berichtet Künnemann-Plock. Mit Ausnahme der ersten drei Wochen im Mai seien zuletzt etwa ein Viertel weniger Kunden in ihre Salons gekommen, sagt die Bezirksleiterin.

Auch ohne Termin kommen

„Die Leute sind sehr verunsichert“, berichtet Bergmann. Einige wüssten noch nicht, dass sie mittlerweile auch ohne Termin zu ihnen in den Laden kommen könnten.

Auch andere Friseurläden der Stadt berichten von weniger Kundschaft. „Wir sind noch nicht auf Vorkrisen-Niveau“, sagt Mareen Köppe, die in Haldensleben die Läden „Um Haut und Haar“ und „Salon 23“ betriebt. Sie verweist darauf, dass in ihren Geschäften keine Zeitschriften mehr ausliegen dürfen, auch Getränke seien nicht erlaubt. Zudem müssten ihre Kunden die Wartezeit im Laden mit Schutzmaske im Gesicht verbringen. Immer noch seien Mitarbeiter in ihren Läden in Kurzarbeit, berichtet die Chefin.

Niemand mehr in Kurzarbeit

Von „etwas weniger“ Kunden berichtet Christin Vogel. Sie betreibt in Haldensleben den Salon Haarscharf in der Langen Straße, einen zweiten Salon unterhält sie in Ebendorf. Zwar sei von ihren vier Mitarbeitern niemand mehr in Kurzzarbeit, es sei aber „ein bisschen ruhiger“ in ihren Läden. Die Sommermonate Juni und Juli seien jedoch ohnehin etwas ruhiger im Friseurgeschäft, sagt sie.

Bisher seien nicht alle Kunden nach der Corona-Schließung wieder in den Laden gekommen, berichtet Vogel. Sie wisse auch von Fällen, in denen die Frauen das Haare schneiden bei ihren Männern übernommen hätten. Einige seien vorerst dabei geblieben.