Wieglitz l 13 Leute vom Team des Unternehmens zur Seuchenvorsorge und Seuchenbekämpfung Vetcon aus der niedersächsischen Stadt Dinklage (Landkreis Vechta) sind Tag für Tag auf dem Gelände der Putenmastanlage in Wieglitz im Einsatz. Mit ihrer mitgebrachten Ausrüstung ist das Fachpersonal dabei, das gesamte Areal zu desinfizieren.

„In dieser Woche werden wir noch nicht fertig. Wir gehen davon aus, dass wir im Laufe der nächsten Woche die erste Feindesinfektion machen. Dann müssen wir sieben Tage warten. Erst dann kommt die zweite Feindesinfektion“, schilderte Andreas Schwanholt, der die Projektleitung der Seuchenbekämpfung in der Wieglitzer Anlage hat. Die Zusammenarbeit und die Abstimmung mit dem Veterinäramt und mit dem Betreiber der Anlage funktionieren – nach den Ausführungen des Seuchenbekämpfers – gut.

Inhaber packt mit an

Johannes Schröder, Inhaber der Putenmastanlage des Familienbetriebes Schröder in Wieglitz, schaute nach dem Rechten und packte mit an. Wann die Anlage wieder freigegeben werden kann, bestimmt das Veterinäramt des Landkreises Börde. „Es richtet sich auch danach, wie wir hier beim Desinfizieren vorankommen. Wir werden uns große Mühe geben“, versicherte Schröder.

Irritiert waren viele Passanten, da die angebrachten Schilder mit der Aufschrift „Geflügelpest“ an den Ortseingangsschildern von Wieglitz nicht mehr vorhanden sind. „Unabhängig davon, ob jemand die Schilder abgenommen hat, die veterinärrechtliche Anordnung gilt nach wie vor“, betonte Uwe Baumgart, Pressesprecher des Landkreises Börde. Mindestens einen Monat lang würde sich daran auch nichts ändern. Nach seinen Ausführungen gibt es bestimmte Checklisten, Abläufe und Fristen, die eingehalten werden müssen. „Sobald die tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügung aufgehoben wird, gibt es vom Landkreis eine Information dazu“, versicherte Baumgart.

Hermann Sempf aus Bösdorf wollte wissen, worin die Ursache für die Vogelgrippe in Wieglitz bestand. „Die Tiere sind doch alle im Stall ohne Kontakt mit Wildvögeln von draußen. Da nutzt das Einsperren der Hühner zu Hause auch nichts. Wie also konnten sich die Puten dort anstecken?“, fragte Sempf.

Ursachenforschung läuft

„Die Ursachenforschung – also wie dieses Virus in den Stall gekommen ist – läuft im Augenblick noch völlig ergebnisoffen“, antwortete darauf Baumgart, der sich im Veterinäramt über den Sachstand informiert hatte. Ob es bei der Forschung zu einem Ergebnis kommt, vermochte der Pressesprecher nicht zu mutmaßen.

Nach der tierseuchenrechtlichen Allgemeinverfügung gibt es einen Sperrbezirk in einem Umkreis von drei Kilometern um die betroffene Putenmastanlage. Innerhalb dieses Bereiches, der die Ortschaften Wieglitz, Ellersell und Uthmöden umfasst, mussten alle Geflügelhalter dem Veterinäramt des Landkreises Börde die Anzahl der jeweils gehaltenen Vögel melden.

Stallungen sichern

Zudem müssen die Halter ihre Stallungen über das normale Maß hinaus sichern und zusätzlich dafür sorgen, dass keine tierischen Produkte oder Abfälle den Stall verlassen. Darüber hinaus wird in einem Radius von zehn Kilometern ein sogenanntes Beobachtungsgebiet aufgrund des Vogelgrippeausbruchs ausgerufen.

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