Groß Santersleben l Die zweijährige Rottweiler-Hündin Bella wirkt fit, sie liebt lange Spaziergänge. Doch wenn der Groß Santersleber Morris Jagusch mit ihr jetzt den Weg über den Mammendorf Weg in Richtung des Groß Santersleber Teich antritt, begleitet ihn ein mulmiges Gefühl.

Als er am Sonnabend vor eineinhalb Wochen in den Morgenstunden hier unterwegs war, ging es seiner Hündin plötzlich sehr schlecht. Eine erste Vermutung, dass sie nach etwa drei Kilometer langen Runde bei den warmen Temperaturen einen Hitzschlag erlitten hatte, bestätigte sich nicht.

Besuch beim Tierarzt

„Sie hat sich mehrmals erbrochen, uriniert und gekotet und war auch total schlapp, so dass sie sich schon auf dem Weg bis nach Hause mitten auf der Straße hingelegt hat“, blickt Morris Jagusch zurück. Ein Besuch beim Tierarzt sollte Klarheit bringen. Wie Morris Jagusch sagt, seien einerseits die Darmentleerungen untypisch für einen Hitzeschlag und sprachen andererseits Bellas Leberwerte bei einer Blutuntersuchung dafür, dass sie Gift aufgenommen hatte. „Anschließend hat sie vier Liter Infusion bekommen und das hat ihr wohl das Leben gerettet“, so Morris Jagusch.

Bilder

Während sich die Hündin erholte, ließ ihrem Herrchen das Erlebte keine Ruhe. Zuhause war nichts, womit sie sich vergiftet haben könnte, also ließ er die Gassirunde noch einmal Revue passieren: „Wir waren bis zur Autobahnbrücke und da ist sie eigentlich die ganze Zeit vor mir gelaufen, nur in Höhe des Teiches war sie kurz hinter mir. Dann habe ich sie unweit an einem Baum festgemacht, weil ein anderer Hund kam und da ist sie schon sehr ruhig geworden. Auf dem Rückweg nach Hause hat sie dann geschwächelt.“ Er schlussfolgert, dass sie das Gift möglicherweise an der Straße in Höhe des Teiches aufgenommen hat. Ein Indiz dafür könnten auch Reste von Leberwurstverpackungen sein, die Morris Jagusch später entlang des Mammendorfer Weges gefunden hat. Für ihn liegt nahe, dass jemand Giftköder ausgelegt hat.

Groß Santerslebens Ortsbürgermeister Ulrich Schardt war fassungslos darüber, zumal er selbst Hundebesitzer ist. Nachdem er wegen der mutmaßlichen Vergiftung des Hundes Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei erstattet hat, mahnt er alle anderen Hundebesitzer, besonders im Umfeld des Groß Santersleber Teiches vorsichtig zu sein.

Vandalismus am Teich

Seine Anzeige bezog sich zudem auf die Vandalismusschäden am Teich. Vermutlich zwischen Freitag und Sonnabend vergangener Woche wurde die dort aufgestellte Lehrtafel zu den heimischen Vögeln aus der Verankerung gerissen und Teile in den Teich geworfen. „Die Tafel selbst ist verschwunden“, erklärt Ulrich Schardt, der auf Hinweise hofft, falls jemand etwas beobachtet hat. Zudem ist ein Fahrrad kopfüber im Teich versenkt worden, so dass nur noch die Räder herausragten.