Flechtingen/Beendorf l „Wir wollen, dass das Grundschulkonzept noch mal auf der Basis der neuen Gesetzesgrundlage angeschaut wird. Auf Grund der aktuellen Schülerzahlen soll noch mal geprüft werden, ob die Beendorfer Schule erhalten werden kann. Die Landesregierung sagt ja auch, dass keine Grundschulen mehr geschlossen werden und Schulverbünde entstehen sollen“, erklärte Indra Merle auf dem Weg zum Sitzungsraum, in dem der Sozialausschuss der Verbandsgemeinde Flechtingen öffentlich tagte. Indra Merle gehört zu den Eltern der Initiative, die um den Erhalt der Schule kämpfen.

In der Fragestunde für Einwohner bat Hartmut Schulze, Mitglied im Beendorfer Gemeinderat, darum, das Schulkonzept noch mal neu, gemeinsam mit dem Gemeinderat Beendorf und der Elterninitiative, zu erarbeiten. Schulze fragte: „Uns ist inoffiziell bekannt, dass die beantragten Mittel für die Grundschule Erxleben 3 Millionen Euro betrugen und sich inzwischen mehr als verdoppelt haben soll. Ist diese Zahl richtig? 2013 wurde die Sanierung der Beendorfer Schule mit 40.000 Euro angesetzt. Ist diese Zahl auch noch aktuell?“

Schulkonzept soll geprüft werden

Verbandsgemeinde-Bürgermeister Mathias Weiß (parteilos) erklärte, dass er diese Fragen nicht spontan beantworten könne. „Ich möchte Ihnen keine falschen Zahlen sagen. Sie bekommen später von mir konkrete Zahlen“, versicherte Weiß.

Evelyn Bohn, Mitglied der Elterninitiative und im Beendorfer Gemeinderat, hatte eine Frage zu den Schülerzahlen: „Die Bevölkerungsprognose, die 2016 erstellt wurde, passt die noch ins Bild?“

Sorge vor großen Klassen

Indra Merle sagte: „Es wimmelt von Fragen in meinem Kopf. Wo wird mein Kind in den Hort gehen? Wie groß kann denn in Erxleben die Klassenstärke sein? In Beendorf sind es um die 20 Schüler in einer Klasse. Ich kann mir nicht vorstellen, dass in Erxleben in den Schuleingangsjahren eine Klassengröße von 20 raus springt. Es ist natürlich ein ganz anderes Lernen, ob 19 Schüler neben mir sitzen oder 29.“

Weiß erklärte: „Ein Hort soll in Erxleben gebaut werden, einen Hort soll es in Bregenstedt und einen in Beendorf geben. Der Fördermittelantrag über Stark III für den Hort in Erxleben wurde abgelehnt. Wir sind im Moment in der Verwaltung mit dem Verbandsgemeinderat dabei, entsprechende Vorschläge zu erarbeiten.“ Der Gemeindechef erläuterte, dass es der Verbandsgemeinde als Träger der Schule nicht obliegt, die Klassenstärke zu bestimmen. Das sei die Aufgabe der Schulleitung und des Schulamtes.

Veronika Hundeshagen von der Elterninitiative forderte die Gemeinde auf, die Beförderungszeiten und die damit zusammenhängende Belastung der Kinder, die mit dem Bus bis zur Schule und zum Hort fahren müssen, überprüfen zu lassen.

Beförderung unter der Lupe

Andrea Tamm aus Bregenstedt fragte, wie die Situation mit der Sporthalle in Erxleben ist. „Zur Zeit gibt es da ja schon eine Doppelbelegung. Der Lärm in der Halle soll enorm sein. Wenn ich mir vorstelle, dass da noch acht Klassen dazu kommen. Wo sollen die Sport machen? Sollen die Kinder nach Bregenstedt oder Beendorf gefahren werden, denn dort sind die Hallen neu renoviert. Oder wie stellen Sie sich das vor?“, fragte Andrea Tamm, die Mutter zweier Kinder ist.

Der Bürgermeister erklärte, dass er bei den Informationen des Verbandsgemeinderates nicht vorgreifen wolle. Es habe dazu Gespräche mit dem Landkreis Börde gegeben. Möglichkeiten für den Schulsport müssten noch geprüft werden. „Können Sie uns zusagen, dass das Schulkonzept noch mal überdacht wird?“, hakte Schulze nach. „Wir werden uns beraten und darüber entscheiden“, antwortete Weiß. Die Antworten auf die Fragen der Anwesenden würde es in den nächsten vier Wochen geben.