Sanierung

Haldensleben putzt seine historische Stadtmauer weiter heraus

Von Jens Kusian
Mario Keweloh (links) und Ralf Lindecke von der Firma HDL-Bau sanieren im Auftrag der Stadt aktuell die Haldensleber Stadtmauer im Bereich des Rundwanderwegs zwischen dem Stendaler Tor und der Burgstraße. Sie müssen das Mauerwerk zum Teil neu verfugen und den Bewuchs entfernen. Foto: Jens Kusian

Haldensleben

Es ist kein Geheimnis: Die Haldensleber Stadtmauer ist in die Jahre gekommen. Und nach gut 800 Jahren kann selbst die stabilste Wehranlage eine Schönheitskur vertragen. Doch eine Anti-Falten-Creme nützt hier wenig, vielmehr sind Wasser, Sand und Kalk die Mittel der Wahl.

Immer wieder war in der Vergangenheit an dem rund 1.700 Meter langen Bauwerk Hand angelegt worden. Zum einen ergab sich das mit dem Bau des Rundwanderweges. Mit seiner Hilfe bekommen Besucher einen Blick auf die historische Anlage. Da musste die Mauer natürlich entsprechend herausgeputzt werden. Entsprechende Arbeiten dazu begannen bereits um die Jahrtausendwende.

Sanierung kostet über 205.000Euro

In diesem Jahr stehen drei Bauabschnitte im Zusammenhang mit der Sanierung der Stadtmauer an. Der erste ist bereits abgearbeitet. Im Bereich des Holzmarkts sind Abschnitte auf sechs Grundstücken sowie ein Teilstück im öffentlichen Bereich instandgesetzt worden. Für die Arbeiten, die im April beendet waren, hat die Stadtverwaltung Kosten in Höhe von 61.500 Euro veranschlagt.

Aktuell wird der Bauabschnitt am Rundwanderweg im Bereich der Kleingartenanlage „An der Stadtmauer“ bearbeitet. Hier hat sich die Natur bereits zum Teil breitgemacht, wovon der Bewuchs in der Mauer und auf der Mauerkrone zeugen. Die Pflanzen müssen samt Wurzelwerk entfernt und die betroffenen Bereiche anschließend wieder aufgearbeitet werden - in mühsamer Handarbeit und mit den Steinen, die aus der Mauer herausgeschlagen worden sind.

Darüber hinaus haben Wind und Wetter ihre Spuren zum Teil stark an dem Bauwerk hinterlassen. Einige Teile des Mauerwerks sind bereits abgängig, weiteren droht dasselbe Schicksal. Deshalb muss es neu verfugt werden. Rund 50.000 Euro kosten die Sanierung in diesem Abschnitt, für die ein Zeitraum von zwei Monaten eingeplant ist.

Schäden im Bereich der Kita „Märchenburg“

Im Bereich der Langen Straße ist der letzte Sanierungsabschnitt geplant. „Hier sollen im Bereich des alten Friedhofes die Mauerkronen saniert werden. Außerdem ist geplant, die Flächenverfugung im Mauerwerk im Bereich der öffentliche Grünfläche in abgängigen Teilen zu sanieren. Der Kostenansatz hierfür beträgt 99.000 Euro“, erläutert Stadtpressesprecher Lutz Zimmermann die anstehenden Arbeiten.

Allerdings ist inzwischen festgestellt worden, dass auch Bereiche der Stadtmauer, die an die Spielfläche der Kita „Märchenburg“ am Pfändegraben angrenzen, sanierungsbedürftig sind. „Hier besteht ebenfalls Handlungsbedarf, um  die Standfestigkeit der Mauerkrone nicht zu gefährden. Diese Arbeiten werden vor noch vor dem Bauabschnitt Lange Straße durchgeführt. Die Kosten sind hierfür aber noch nicht erfasst“, ergänzt Zimmermann.