Calvörde l „Was ist das?“ Diese Frage stellten in der Vergangenheit viele Besucher der Calvörder Heimatstube beim Blick auf eine kuriose Gerätschaft mit Holzgestell. Präsentiert werden in der Calvörder Heimatstube Dinge, die so alt sind, dass jüngere Leute diese Gebrauchsgegenstände gar nicht mehr zuordnen können. Ein geheimnisvoller Gegenstand, der etwa Ende des 19. Jahrhunderts benutzt wurde, gehört zu den Exponaten. Dieses Gerät ist zum größten Teil aus Holz.

Das seltsame runde Gerät hat viele Drahtvorrichtungen. Weil das kleine Heimatmuseum wegen der Corona-Pandemie für die Öffentlichkeit geschlossen ist, lüftete Heimatvereinsvorsitzende Christa Merker das Geheimnis über den Zweck des uralten Gegenstandes. „Es ist ein Eierfrischhalter aus Kaisers Zeiten. Wir haben das uralte Gerät von Hermann Schulze aus Zobbenitz geschenkt bekommen“, sagte Christa Merker und zeigte auf das kleine Schildchen mit der Nummer des Deutschen Reichspatents. Die Zobbenitzer Familie hatte die geheimnisvolle Konstruktion sehr lange im Keller zu stehen und den Gegenstand dem einstigen Vorsitzenden Karl-Heinz Lindeke, der bereits verstorben ist, überlassen. Lindeke hatte damals das Fundstück, bevor es 2012 einen festen Platz in der Ausstellung bekam, in seiner Scheune aufgehübscht.

Bunt Eier im Kühlschrank

Passend zum Osterfest legte die Vereinsvorsitzende nun bunte Eier in den nostalgischen „Kühlschrank“.

„Fast 500 Hühnereier passen in die drehbare Anlage. Den Frischhalter muss damals vielleicht ein Bäcker oder ein Gastwirt im Keller gehabt haben“, vermutete die Heimatfreundin.

Viele alte Geräte

Viele alte landwirtschaftliche Gerätschaften stehen in der guten Stube des Vereins. Auch Günther Baake,Mitglied des Heimatvereins, bewahrt zuhause weitere Gerätschaften aus alten Zeiten auf. Dazu gehören unter anderem ein Melkschemel, ein Pflanzstock für Kartoffeln, einen Pflaumenmusrührer und ein Ochsenschädel mit einer Zugvorrichtung.

Nun ist die Hoffnung groß, dass die Corona-Krise bald vorbei ist und die Heimatfreunde ihren Gästen wieder ihre Schätze im historischen ehemaligen Gerichtsgebäude, in dem Wilhelm von Bode geboren wurde, zeigen können. „Bode war ein bedeutender Kunsthistoriker, Generaldirektor der staatlichen Kunstsammlungen in Berlin und Museumsfachmann. Wir – die Mitglieder des Heimatvereins – sind auch hinter der verschlossenen Tür der Heimatstube dabei, die Zeugnisse der Geschichte aufzuarbeiten“, sagte Christa Merker.