Leiterwagen

Historisches Schmuckstück bereichert das Klinzer Dorfbild

Von Carina Bosse
Der Klinzer Alpen-Verein hat einen alten Leiterwagen restauriert und an der Lindenstraße aufgebaut. Die Kutsche war ein Geschenk aus der Altmark. Foto: Carina Bosse

Klinze

Ein Geschenk aus der Altmark an die Klinzer ziert seit kurzem die Ortsmitte ihres Dorfes. Ein alter Leiterwagen - in anderen Regionen auch Ringsenwagen genannt - wurde von Mitgliedern des Klinzer Alpen-Vereins hergerichtet. Dabei handelt es sich um ein hölzernes, zweiachsiges Gefährt mit einer Deichsel.

Seinen Namen trägt der Leiterwagen wegen der Seitenwände, die wie eine Leiter aussehen und aufgrund leichter Umbaumöglichkeiten genauso flexibel eingesetzt werden können wie sein kleiner Bruder, der Bollerwagen.

Für die Ernte beim Einbringen von Stroh und Heu konnte der Leiterwagen verwendet werden. Für den Transport von losen Schüttgütern wie Getreide konnten Jutetücher ausgelegt werden. Für größere Transportgüter wie beispielsweise Holzstämme konnten die Seitenwände abgebaut werden. Um Mist aufs Feld zu kutschieren, wurden die Seitenwände mit Brettern verstärkt. So konnte der Mist einfach mit Harken vom Wagen aufs Feld gezogen werden.

In mühevoller Kleinarbeit aufgehübscht

Ehe der geschenkte Leiterwagen sein altes Aussehen wieder erhielt, gab es in Klinze einiges zu tun, denn der Wagen war ganz schön zerfallen, als ihn die Klinzer erhielten, doch das schreckte sie nicht ab. Der Leiterwagen wurde von den Vereinsmitgliedern aufgearbeitet und mit einem frischen Anstrich versehen.

Parallel dazu wurde auch der Standort an der Lindenstraße hergerichtet. Dort präsentiert er nun sein schmuckes Aussehen und mit ein wenig Phantasie wartet er nur darauf, wieder im Einsatz zu sein, gezogen wie einst von Pferden, Ochsen oder Kühen. 

„Wir bemühen uns stets, unser Ortsbild zu verbessern und zu verschönern. Der Leiterwagen passt perfekt in unser dörfliches Bild“, freut sich Ortsbürgermeisterin Kerstin Dörfel über die Errungenschaft. Und ein besseres Plätzchen habe man kaum finden können. Sie dankte allen, die sich bei der Reparatur und Restaurierung des Leiterwagens engagiert hatten.