Bornstedt / Hohe Börde l Digitalisierung bewegt heutzutage viele. Dem ist sich auch die Verwaltung der Gemeinde Hohe Börde um Gemeindebürgermeisterin Steffi Trittel bewusst. Nachdem das Thema unter dem Titel „Digitales Dorf – lebendige Ortschaften“ schon im vergangenen Sommer intensiv diskutiert worden ist, ging es nun in die zweite Runde.

Um Grundlagen für eine Machbarkeitsstudie zur digitalen Zukunft der Gemeinde Hohe Börde zu erhalten, die derzeit erstellt wird, wurden kürzlich die Bürger mit ins Boot geholt. „Wichtig ist, dass wir alle Generationen mitnehmen“, erklärte die Bürgermeisterin, die aus eigener Erfahrung aus der Familie weiß, dass zwar dreijährige Mädchen prima mit dem Smartphone umgehen können, die ältere Generation sich aber meist schwer damit tut.

Ideenwerkstatt für Bürger

Sechs Tische waren im Bornstedter Dorfgemeinschaftshaus für die Bürger-Ideenwerkstatt aufgebaut. Unter dem Stichworten Mobilität, Arbeit, Gesundheit, Handel, Gemeinwesen und Verwaltung sollten die Teilnehmer ihre Meinungen und Visionen zusammentragen. „Es werden Menschen zusammenarbeiten, die sich sonst wahrscheinlich nicht kennengelernt hätten“, erläuterte Thomas Kauer, dessen Büro die Machbarkeitsstudie erarbeitet, das Herangehen.

Die Bürger-Ideenwerkstatt habe das Ziel, neben den Interviews, die die Mitarbeiter des Büros bereits mit Fachleuten und diversen Bürgern aus der Region geführt hatten, zu hören, wie der Alltag läuft und was die Teilnehmer erwarten.

Das fügte der Moderator des Abends, Martin Hoffmann, hinzu. Somit sollte auch die Gemeinde Empfehlungen bekommen, welche Prioritäten sie setzen sollte, wenn das schnelle Internet verfügbar ist. Um voranzukommen, sollten die Teilnehmer in drei Runden ihre Ideen aufschreiben, miteinander verbinden und auch Synergien entwickeln.

Digitale Behördengänge

Und so kamen auch zahlreiche gute Ideen und Wünsche zutage. Unter anderem nannte Annika Büder als zuständige Sachbearbeiterin im Rathaus den Wunsch nach einfachen Behördengängen auf digitalem Weg oder auch einer Veranstaltungs-App. Ebenso wäre eine ordentliche App für den Nahverkehr oder ein „echter“ Rufbus für manche Teilnehmer denkbar.

Fakt ist aber auch, wie das Forum zeigte, dass für alle Ideen vernünftige Breitbandverbindungen die Grundlage sind. „Ein Bürger hat es auf den Punkt gebracht: Jeder sollte ein Grundrecht auf eine vernünftige Internetverbindung haben wie auf Wasser und Strom“, so Annika Büder, die da aber vor allem die Politik in der Verantwortung sieht.

Thomas Kauer und seine Mitarbeiter werden jetzt die Ideen analysieren und sie mit den Ergebnissen der Befragungen verknüpfen. So soll eine digitale Strategie entwickelt werden, bei der keine Generation vergessen werden soll.