Coronavirus

Impfausweis als Eintrittskarte: Wie Gewerbetreibende das Dokument auf Echtheit prüfen

Immer mehr Menschen im Landkreis Börde sind vollständig geimpft und können damit den Impfausweis als Eintrittskarte für Innengastronomie, Hotellerie und Sport nutzen. Doch wie gut können die Gewerbetreibenden das Dokument auf ihre Echtheit überprüfen?

Von Juliane Just
Der Impfausweis mit dem Nachweis von zwei erfolgten Covid-19-Impfungen ist im Landkreis Börde die Eintrittskarte für mehrere Bereiche. Doch die Gewerbetreibenden bezweifeln, dass sie die Dokumente auf Echtheit verifizieren können.
Der Impfausweis mit dem Nachweis von zwei erfolgten Covid-19-Impfungen ist im Landkreis Börde die Eintrittskarte für mehrere Bereiche. Doch die Gewerbetreibenden bezweifeln, dass sie die Dokumente auf Echtheit verifizieren können. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Haldensleben - Ob Veranstaltungen, Sporttempel oder Innengastronomie - für all diese Bereiche gilt derzeit noch die „3G-Regel“. Die Besucher müssen also getestet, genesen oder geimpft sein und das entsprechend nachweisen. Immer mehr Menschen im Landkreis Börde sind vollständig geimpft und können damit den Impfausweis als Eintrittskarte nutzen. Doch das hat auch seine Tücken für Gewerbetreibende und könnte die Türen für Fälscher öffnen.

„Wir sind nicht geschult darin, derartige Dokumente zu prüfen“, sagt beispielsweise Roman Behrens, einer der Inhaber des Hotel Behrens in Haldensleben. Derzeit achten seine Mitarbeiter vor allem auf die beiden Aufkleber im Impfpass und rechnen das Datum der zweiten Impfung zurück. Erst zwei Wochen nach der letzten Spritze gilt die Person als vollständig geimpft.

Restriktionen können zu negativem Gefühl bei den Kunden führen

Etwas einfacher ist es im sportlichen Bereich wie im Fitnessstudio Lucky Fitness in Haldensleben. Da die Daten der Mitglieder im System hinterlegt sind, kann auch ein entsprechender Vermerk zur erfolgten vollständigen Impfung eingefügt werden. Damit müssen die Sportler ihren Impfausweis nur einmal vorzeigen, das System merkt sich den Impfstatus.

Trotzdem sieht Inhaber Henning Schneider auch hier Probleme: „Unser Personal ist kein geschultes medizinisches Personal. Zu 100 Prozent können wir die Echtheit des Dokuments nicht verifizieren.“ Aus Unternehmersicht will er verhindern, dass Kunden durch die vielen Restriktionen ein negatives Gefühl entwickeln. „Wir versuchen, die positive Ausstrahlung für den Kunden zu bewahren, auch wenn der sportliche Bereich noch mit vielen Regeln einhergeht“, sagt er.

Personalausweis für das Bier in der Gastronomie?

Katrin Baier als ärztliche Leiterin des Impfzentrums in Haldensleben beruhigt, dass die Gewerbetreibenden die Prüfung nur „im Rahmen ihrer Möglichkeiten“ vornehmen müssen. „Man könnte beispielsweise noch den Personalausweis anfordern, um zumindest die Personendaten abzugleichen“, sagt sie. Doch: Theoretisch haben beispielsweise Gastronomen kein Recht auf die Personendaten ihrer Kunden. „Man kann nur an die Vernunft der Menschen appellieren“, sagt Baier. Viele Menschen hätten Verständnis für die Situation der Gewerbetreibenden, die sich nach den Regeln der Regierung richten müssen.

Eine Erleichterung für Gewerbetreibende und Kunden wird wohl erst der digitale Impfpass bringen. Dabei können Smartphone-Besitzer mittels eines verifizierten QR-Codes nachweisen, dass sie vollständig geimpft sind. Die Einführung des freiwilligen und fälschungssicheren Nachweises namens „CovPass“ neben dem gelben Impfheft ist in Deutschland noch im laufenden zweiten Quartal geplant, also bis Ende Juni - vor dem Beginn der Hauptreisezeit.

Erleichterung könnte der digitale Impfpass bringen

Den digitalen Impfnachweis soll man sich künftig direkt in Praxen oder Impfzentren erstellen lassen und dann per Smartphone nutzen können. Auch nachträglich wird das Ausstellen möglich sein. In der Landeshauptstadt Magdeburg ist diesbezüglich in der vergangenen Woche ein Pilotprojekt zu Ende gegangen. Dort sagte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne, dass die EU-konformen Impfzertifikate nun nach und nach in allen Impfzentren in Sachsen-Anhalt ausgestellt werden können.

Der Landkreis Börde wartet laut Angaben von Pressesprecher Uwe Baumgart noch auf die Auswertung des Pilotprojektes und entsprechende Informationen aus dem Land. Dann könnten vollständig Geimpfte im Landkreis Börde ebenfalls nachträglich einen digitalen Impfpass erhalten.