Natur

In Haldensleben wird dem Asiatischen Laubholzbockkäfer eine Falle gestellt

Der Asiatische Laubholzbockkäfer hat unzählige Bäume in Magdeburg sowie in den Landkreisen Börde und Jerichower Land auf dem Gewissen.

Von Jens Kusian
Gut einen Meter ist die Lockstofffalle für den Asiatischen Laubholzbockkäfer groß. Zwei dieser Exemplare wurden auch in diesem Jahr wieder in Haldensleben aufgehängt.
Gut einen Meter ist die Lockstofffalle für den Asiatischen Laubholzbockkäfer groß. Zwei dieser Exemplare wurden auch in diesem Jahr wieder in Haldensleben aufgehängt. Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft

Haldensleben - Er ist ohne Fühler nur 25 bis 35 Millimeter groß, doch der Asiatische Laubholzbockkäfer hinterlässt eine Schneise der Verwüstung. Allein in Magdeburg gehen rund 10000 Bäume auf sein Konto. Sie mussten seit seinem unrühmlichen Debüt im August 2014 gefällt werden. Noch bis heute ist der Schädling im Norden der Landeshauptstadt immer wieder aktiv und hat sich inzwischen auch im Jerichower Land sowie im Landkreis Börde - im Gebiet zwischen Barleben, Glindenberg und Wolmirstedt - breit gemacht.

Um den Schädling zu stoppen, hat die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt (LLG) eine Quarantänezone eingerichtet. Doch davon lässt sich der Käfer kaum beeindrucken - immer wieder muss die Zone erweitert werden, weil das Tier weitere Bäume befällt. Da es weder biologisch noch chemisch bekämpft werden kann, bleibt als einzige Maßnahme zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung nur die Fällung des betroffenen Baumes. Darüber hinaus werden alle potenziellen Wirtsbäume im Umkreis von 100 Metern ebenfalls gefällt. Das Holz wird anschließend gehäckselt und meistens verbrannt.

Letztmals im September gesichtet

Letztmalig ist der Käfer allerdings im September 2020 gesichtet. Zwei Exemplare sind am Neustädter See sowie im Bereich der Umflutehle östlich der Elbe in eine sogenannte Lockstofffalle gegangen. Zwei solcher Fallen sind von Mitarbeitern der LLG aktuell auch wieder in Haldensleben aufgestellt worden - an der Dessauer Straße und am Stadthafen.

Dies sei eine reine Präventionsmaßnahme, versichert Sandra Lohmann-Kunze von der Landesanstalt. Seit dem Jahr 2016 werden in Haldensleben die Fallen aufgestellt. „Bislang“, so versichert die LLG-Mitarbeiterin, „ohne Befund“. Die Platzierung der Fallen sei nicht zufällig gewählt, meint sie. „Wir stellen sie an bestimmten risikobehafteten Orten auf.“

Standort bewusst gewählt

Die Nähe zu den Umschlagplätzen am Mittellandkanal ist daher auch ganz bewusst gewählt worden. Schließlich können Käferexemplare per Schiff nach Haldensleben reisen - beispielsweise als blinde Passagiere im Palettenholz. Sollte im Ernstfall ein Tier in die Falle gehen, könne das LLG unverzüglich handeln, sagt Sandra Lohmann-Kunze.

Durch die Lockwirkung der Pheromone werden hauptsächlich unbefruchtete Weibchen ausschließlich des Asiatischen Laubholzbockkäfers angelockt. Versuchen sie an der Falle zu landen, rutschen sie an den glatten Fallenwänden in ein mit Kochsalzlösung befüllte Gefäß an der Fallenunterseite. Einmal in der Woche werden die Fallen kontrolliert, geleert und regelmäßig mit neuen Lockstoffen bestückt. „Befindet sich ein Käfer in der Falle, ist dies ein Hinweis dafür, dass verstärkt nach befallenen Brutbäumen gesucht werden muss“, erklärt Lohmann-Kunze die weitere Vorgehensweise.