Haldensleben l Wie miete ich eine Wohnung an? Wo kann ich einen Deutschkurs belegen? Was für Vereine gibt es in meiner Stadt? Auf nahezu jede Frage, die für Asylbewerber aber auch andere Ausländer, die jetzt im Landkreis Börde leben, wichtig ist, werden im neuen Willkommensordner des Amtes für Migration Antworten geliefert.

Auf knapp 60 Seiten finden sich alle wichtigen Adressen, Telefonnummern und Ansprechpartner. Angereichert ist der Ordner mit Karten, zahlreichen Tipps und Hinweisen zu Verhaltensweisen – Pünktlichkeit, Gleichberechtigung, Grußformeln. Alles in dem Ordner ist zweisprachig. Auf der einen Seite steht alles in deutsch, auf der anderen in einer Fremdsprache. Derzeit ist der Ordner in englisch, französisch und arabisch erhältlich. Weitere Sprachen sind aber bereits in Vorbereitung, erklärt Corinna Sladky. Die Amtsleiterin Migration hat gemeinsam mit ihrem Team den Ordner zusammengetragen. Als nächstes sei eine Ausgabe in russisch geplant, aber auch rumänisch wäre hilfreich.

Schluss mit Zettelwirtschaft

Die meisten Themen wurden bisher stets auf diversen Flyern und Info-Blättern erklärt. Aber mit der Zettelwirtschaft soll jetzt Schluss sein. „Wir haben alle Informationen gebündelt. Man muss jetzt nicht mehr so viel Zeit investieren, um etwas Handfestes zu haben“, erklärt Corinna Sladky. Dabei seien die Informationen nicht nur für anerkannte Asylbewerber gedacht. „Der Ordner richtet sich auch EU-Ausländer, die bei uns leben und arbeiten.“

Gut eineinhalb Jahre hat eine Arbeitsgruppe des Fachdienstes Migration in die Erstellung des Ordners investiert. Dabei wurde eng mit Vertretern des Netzwerkes Migration zusammengearbeitet – darunter die Kreisvolkshochschule, das DRK, die AWO und die Malteser. Fertig wird die Arbeit an dem Willkommensordner jedoch nie sein: „Wir planen regelmäßige Aktualisierungen“, so Sladky. Zudem ist noch genug Luft im Ordner, so dass er von den Besitzern auch gleich als Ablage für eigene Dokumente wie Mietverträge, Bescheide, Banknachweise genutzt werden kann.

Der Ordner ist in zehn Rubriken unterteilt: Orientierung, Wohnen, Sprache, Bildung/Schule, Ausbildung, Arbeit, Gesundheit, Freizeit, Finanzen und Dokumente. Ein Farbleitsystem ermöglicht es, auf alle wichtigen Unterpunkte schnell zuzugreifen. Zudem ist dem Ordner eine Art Laufzettel beigefügt, auf dem abgehakt werden kann, wo man schon war und welche Behördengänge noch ausstehen. Unterstützt wurde das Projekt vom Ministeriun für Arbeit, dem Jobcenter Börde, der Kreissparkasse Börde, der Agentur für Arbeit Magdeburg und der DAK.

Letztlich soll der Ordner seinen Teil zu einer erfolgreichen Integration von Ausländern beitragen. Wichtig ist Amtsleiterin Corinna Sladky aber auch, dass der Willkommensordner individuelle Beratungen nicht ersetzen, sondern nur ergänzen soll. Der Ordner wird ab sofort ausgegeben.