Wegenstedt l Superintendent Uwe Jauch hieß Rabea M. Reinhold am Sonntagvormittag in der Wegenstedter Kirche willkommen. Jauch verglich die Glieder an einem Leib, die unterschiedliche Aufgaben haben, mit der Gemeinde, in der die Menschen verschiedene Gaben haben.

Talent, Begabungen und Erfahrungen bringe – nach den Ausführungen des Superintendenten – auch Rabea Reinhold eine Menge mit. Das Studium der Gemeindepädagogik in Berlin, Praktika und Gemeindeerfahrungen, die Arbeit als Kreisreferentin, die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Stendal und das Kennenlernen neuer Gemeindeformen bei den Kontaktsemestern im europäischen Ausland seien sicher hilfreich bei der Gestaltung des Gemeindelebens.

Im Februar ist Rabea Reinhold in den Kirchenkreis gekommen. Damals ist sie von Stendal zur Arbeit gependelt, bis sie eine Wohnung in Haldensleben fand. „Sie haben verschiedene Vertretungen übernommen – alles immer ganz selbstverständlich. Wir im Kirchenkreis haben gemerkt, Sie passen gut zu uns oder wir passen gut zu Ihnen oder wir passen gut zu einander“, schilderte Jauch. Er hob die Gewissenhaftigkeit der neuen Kollegin hervor. „Und gleichzeitig sind Sie so eine fröhliche Predigerin und Seelsorgerin, da ist ihre Freude am Glauben regelrecht ansteckend“, hob er hervor.

Pfarrhaus wird renoviert

Im Sommer musste sich die Gemeindepädagogin entscheiden, ob sie sich auf eine der frei gewordenen Stellen im Kirchenkreis bewerben will. Und wenn ja, auf welche. „Die Entscheidung, sich auf Flechtingen zu bewerben, war gut“, betonte Jauch. Dabei war in der Ausschreibung die formulierte Passage „Pfarrhaus direkt am See gelegen“ eher nebensächlich, denn damit verbunden ist die Aufgabe, das Pfarrhaus erst mal renovieren zu müssen.

Mit dem Weggang von Pfarrer Thomas Vesterling hatte Rabea Reinhold auch schon in den Gemeinden des Kirchengemeindeverbandes Rätzlingen die Vertretung übernommen. Diese Gemeinden werden durch Synodenbeschluss ihrer Pfarrstelle zugeordnet. „Aus der halben Stelle in Flechtingen wird dann eine ganze – große – Pfarrstelle mit verschiedenen Herausforderungen, die von Haupt- und Ehrenamtlichen in der Region gemeistert werden“, blickte der Superintendent voraus. Er wünschte der Pfarrerin ein gutes Ankommen, dass die Renovierung des Pfarrhauses sehr bald Gestalt annimmt und dass sie so bleiben kann - „so fröhlich, geduldig und beharrlich“.

Herzlich willkommen hießen Vertreter der verschiedenen Kirchengemeinden die Pfarrerin. Bei der Einsegnung legte nicht nur der Superintendent seine Hand auf den Kopf der Pfarrerin, sondern auch Rosemarie Pötsch aus Wegenstedt, Andrea Schlächter aus Flechtingen und Friedrich Widdecke aus Etingen.

Gustav-Adolf Lohmann aus der Wegenstedter Gemeinde versicherte, dass er sich darauf freue, dass die Neue das Gemeindeleben ordentlich umkrempeln werde und sie dabei auf die Unterstützung der Gemeinde rechnen kann.

Stück aus der Vergangenheit

In ihrer Predigt machte die ordinierte Gemeindepädagogin darauf aufmerksam, dass bei jedem Auf- und Umbrüche im Leben passieren. „Mein letzter Lebensumbruch hat mich hierher zu Ihnen in den Pfarrbereich geführt. Aber jetzt bin ich hier und komme an, ich habe Lust, ganz viel mit Ihnen zu machen und mit Ihnen unterwegs zu sein“, sagte sie und präsentierte ein Stück aus ihrer Vergangenheit. Rabea Reinhold zeigte ihr ganz persönliches Kondolenzbuch, das sie aus Stendal mitgebracht hat. Es sei ein Buch, in das bisher ganz viele Leute ganz viele schöne Abschiedsworte geschrieben haben. Weil noch so viele Seiten leer waren, habe ihr eine Freundin geraten, aus dem Kondolenzbuch ein Ankommensbuch zu machen. „Und wann, wenn nicht heute, wäre die Gelegenheit es zu tun“, sagte sie und bat die Gäste nach dem Gottesdienst die Seiten zu füllen.

Viele gute Wünsche bekam Rabea Reinhold nach dem Gottesdienst noch bei dem kleinen Empfang in der Geschichtswerkstatt „Samuel Walther“. Auch Volkmar Schliephake, Bürgermeister von Calvörde, Tim Krümmling, Bürgermeister von Flechtingen, und Gerhard Reinecke, der Ortsbeauftragte von Wegenstedt, begrüßten die neue Pfarrerin für ihren Bereich. Sie freuen sich auf eine gute Zusammenarbeit, für die es bereits gute Absätze gebe, bekräftigten sie.