Hörsingen l Unter dem Motto „Herzlich willkommen, Hörsingen“ lud die Kirchengemeinde Nachbargemeinden ihres seit diesem Jahr neuen Pfarrbereiches Behnsdorf zu einem Festgottesdienst in die Stephanuskirche ein.

Das vollbesetzte Gotteshaus im festlichen Schein zahlreicher Kerzen war schnell erfüllt von Wünschen und Glückwünschen, die aus den Kirchengemeinden ringsherum mitgebracht worden waren.

Aus dem Tal gleich hinterm Stemmerberg war Ulrike Böttcher gekommen. Eschenrode verbindet nicht nur feuerwehrtechnische und politische Beziehungen, sondern auch kirchliche Verbindungen. So gehörten von 1984 bis 1990 Eschenrode, Hödingen und Hörsingen zum Pfarrbereich von Pastor Koch. Gern besuchen sie sich auch mal gegenseitig, nutzen Veranstaltungen des jeweils anderen. Die Kirchenälteste berichtete beispielsweise von der Dacherneuerung der Eschenröder Kirche unter Pastor Ingelmann und von der Restaurierung des Altarbildes vor drei Jahren mit Pfarrerin Esther Spenn.

„Wir freuen uns, dass wir als Gemeinden weiter zusammenwachsen und zusammenrücken, um zu sehen, wie gut uns das tut“, sagte die Pfarrerin in ihrer kleinen Begrüßungsrede.

Herzlich willkommen, sagte auch Kirchenälteste Dagmar Fuchs aus Hödingen. „Wir sind etwas weiter weg, aber durch den Winkelberg auch ruckzuck da“, griff sie die geografische Beschreibung ihrer Vorgängerin auf. „Wir hatten einen Traum für unsere Johanneskirche“, sagte Dagmar Fuchs. So begannen die Hödinger 2013 mit Esther Spenn die Sanierung des Gotteshauses zwischen Boden und Decke. Herauskam ein nahezu einzigartiger Himmel auf dem Tonnengewölbe, der gemeinsam mit der Kirche im Dezember vergangenen Jahres feierlich eingeweiht werden konnte. Einige Hörsinger waren da schon dabeigewesen. Altar und Empore stünden noch aus, doch „das schaffen wir auch noch“. Man wünsche sich noch viele solcher schönen gemeinsamen Veranstaltungen.

Schnell zum Nachbarn

Die Begrüßungsrede aus Behnsdorf hatte Diana Herrmanns übernommen. Auf einer kurvenreichen, engen Straße gelange man schnell zum Nachbarn - über politische Grenzen hinweg, denn Behnsdorf gehöre zur Verbandsgemeinde Flechtingen, Hörsingen zur Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen. Beeindruckt zeigte sich die Behnsdorferin vom sanierten Taufengel und den Glocken aus dem 12. Jahrhundert, denn so alte Glocke gebe es nur noch sehr wenige, hatte sie im Zuge ihrer Vorbereitung auf die Rede recherchiert.

Nur drei Kilometer hinter Behnsdorf liegt Belsdorf mit einer kleinen Kirche, die in ihrer Form selten, da sie auch das einstige Schulhaus in sich vereine. Esther Spenn lud schon jetzt zum dort traditionellen plattdeutschen Gottesdienst am 8. November in Verbindung mit einem Hubertusgottesdienst ein. Auch der Himmelfahrtsgottesdienst im Freien an der Schliefanlage zwischen Belsdorf und Eickendorf sei ein schönes Beispiel für die christliche Gemeinschaft.

Damit stellte die Pfarrerin die Verbindung nach Eickendorf her. Susanne Cherubim war von dort nach Hörsingen gekommen, um die Kirchengemeinde willkommen zu heißen. Die Einladung der Kirchenältesten galt dem Weltgebetstag der Frauen im März, der in Eickendorf stattfinden soll.

Für die Gastgeber aus Hörsingen ergriff Melanie Wolters das Wort. „Es gibt viel zu entdecken“, schlussfolgerte sie aus ihren Vorgängerbeiträgen. Herzensangelegenheit der Hörsinger sei ihre Orgel, die saniert werden soll. Sie lud schon jetzt ein zum Familienfrühstück im März und zu einem Konzert mit dem Zupforchester im Sommer.

Der Kirchenchor Jubilate aus Behnsdorf unter der Leitung von Matthias Spenn sprach ebenfalls eine Einladung aus. „Wir freuen uns immer über neue Sängerinnen und Sänger im Chor“, sagte Matthias Spenn und stimmte mit dem Chor „An jedem Tag, den wir miteinander leben“ an.

Für die Predigt hatte die Kirchengemeinde Superintendent Uwe Jauch eingeladen, der mit seiner kräftigen tiefen Stimme auch den Chor unterstützte. Die Kirche sei ein Ort für alle kleinen und großen Sorgen. Wer auf der Suche - nach welchen Dingen auch immer - sei, finde in der christlichen Gemeinschaft Trost und Besinnung. „Als Gemeinden wollen wir offen sein für alle“, sagte er. Menschen wollen fröhlich sein und in der Gemeinschaft miteinander feiern.