Weferlingen l Seit einigen Wochen ist die Kleiderkammer im Weferlinger Rathaus geschlossen. Keine Beschilderung wies auf veränderte Zeiten oder vorübergehende Schließung hin.

Die Mitarbeiter im Rathaus konnten den Interessenten keine Auskunft geben. „Besucher warteten manchmal stundenlang im Flur, weil sie dachten, die Kleiderkammer würde noch öffnen. Unsere Mitarbeiter wurden teilweise beschimpft und konnten gar nichts dafür“, schildert Silke Wolf, Bürgermeisterin der Stadt Oebisfelde-Weferlingen die Situation.

"Akutes Problem derzeit"

Erst im Januar hatte im Weferlinger Rathaus auf Betreiben des Vereins „ZusammenLebenWeferlingen“ eine Kleiderkammer ihr Pforten öffnen können. Bekleidung für Damen, Herren und Kinder sowie viele Dinge des täglichen Bedarfs bis hin zu Möbelangeboten konnten vermittelt werden. Nicht nur die Bewohner des Asylbewerberheimes in Weferlingen profitierten von der Einrichtung, sondern auch bedürftige Einwohner aus dem Einzugsgebiet, die etwas suchten.

„Wir haben mit der Kleiderkammer derzeit ein akutes Problem“, räumt Vereinsvorsitzender Martin Krems-Möbbeck ein. Die Schwierigkeit liege darin begründet, dass fast alle Mitglieder und Unterstützer von „ZusammenLebenWeferlingen“ berufstätig sind, oft auswärts arbeiten. So hätte der Verein Schwierigkeiten, zu den Öffnungszeiten des Weferlinger Rathauses am Montagnachmittag die Kleiderkammer offenzuhalten.

„Wir suchen dringend Helfer, die uns unterstützen und sich um die Kleiderkammer kümmern können“, so Martin Krems-Möbbeck. Denn der Bedarf sei auf jeden Fall vorhanden, und zwar bei Flüchtlingen ebenso wie bei bedürftigen Einheimischen. Dass Menschen vergebens vor der Tür gewartet haben, bedauere der Verein sehr.

Über die Sommerferien sei die Betreuung der Kleiderkammer ganz eingeschlafen. Nun will der Verein aber Nägel mit Köpfen machen. „Wenn wir wieder eröffnen, gilt das Motto: Richtig oder gar nicht. Deshalb holen wir uns gerade professionelle Tipps zum Betrieb einer Kleiderkammer“, so der Vereinsvorsitzende.

Entsprechend der Bitte der Stadtverwaltung hat der Verein einen als Lager genutzten Raum freigeräumt, in den ab Mittwoch die Polizei einzieht.