Rätzlingen l „Wir haben gar keinen Fußweg in der Bahnhofstraße, sondern es ist an vielen Stellen nur ein Trampelpfad. Dort muss mal etwas geplant werden, damit Ordnung und Sicherheit herrschen“, sagte Rätzlingens Ortsbürgermeister Wilhelm Behrens (WG Sport) bei einer Sitzung des Ortschaftsrates. So wie das Gelände jetzt aussieht, kann auch – nach den Ausführungen von Behrens – kein Fußweg geschaffen werden. Auf Grund der Grabensituation und der vorhandenen Bäume ist das Anlegen eines Gehweges unmittelbar angrenzend an die Landesstraße nicht möglich.

„Wir hatten mal den Gedanken, den Graben auf der Ostseite zu verrohren und in diesem Zuge die Straßenbeleuchtung und das Breitband mit reinzulegen. Aber man darf ja nicht einfach einen Graben verrohren, denn der Graben ist ein Biotop, das man nicht beseitigen darf“, erklärte der Ortschef und berichtete von einem Vororttermin.

Ortstermin bereits im März

Bereits Mitte März kamen nämlich der Ortsbürgermeister, Vertreter der Stadt Oebisfelde-Weferlingen und der Unteren Wasserbehörde des Landkreis Börde zusammen, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Im Ergebnis des Ortstermins wurden die Rahmenbedingungen geändert. Durch die Aufhebung der Gewässereigenschaft des Grabens ist nun die Untere Wasserbehörde nicht mehr zuständig. Die Stadt führt diesen Bereich zukünftig als Regenwasserkanal. Dem Unterhaltungsverband obliegt die Abwasserbeseitigungspflicht.

„Die Untere Wasserbehörde ist also der Auffassung, dass der Graben nicht Bestandteil des natürlichen Wasserkreislaufes ist und verrohrt werden kann“, erklärte Behrens. Diese Verrohung könnte nicht von heute auf morgen passieren. „Es muss erst mal Geld dafür da sein. Dann müsste ein Projekt geplant werden, um dort auch einen Fußweg bauen zu können. Sicher müssen dann auch einige der Bäume weggenommen werden“, beschrieb der Bürgermeister.

Graben kann verrohrt werden

Edwin Wietig (FUWG) ergänzte: „In der Prioritätenliste der Stadt ist diese Maßnahmen im Jahr 2020 eingestellt.“ Anwesende Anlieger der Bahnhofstraße wollten wissen, welche finanziellen Folgen diese Maßnahme für die Grundstückseigentümer haben. „Die Summe kann noch niemand sagen, denn es gibt ja noch gar kein Projekt“, erklärte Behrens.

Zur Zeit sind Bagger im Auftrag des Energieversorgers Avacon in der Bahnhofstraße, um Elektrokabel zu verlegen. „Im Zuge dieser Maßnahme sollten die Leitungen für die Straßenbeleuchtung mit in die Erde verlegt werden. Aber das wäre zu teuer geworden. Das heißt, dass die Betonmasten erst mal stehen bleiben. Die Straßenbeleuchtung soll in einer anderen Maßnahme mit der Verlegung der Breitbandversorgung erfolgen“, erklärte der Ortschef.

Alle 40 Meter sollen später Straßenlampen errichtet werden. „Wir können nicht sagen, wann es mit diesem Bauprojekt losgeht“, sagte Behrens abschließend.