Haldensleben l 41,04 Prozent. So sah die Beteiligung der wahlberechtigten Haldensleber an der Stadtratswahl am Montagmorgen um 0.05 Uhr aus. Zwar waren zu diesem Zeitpunkt erst 6 von insgesamt 15 Wahllokalen ausgezählt – die Wahlbeteiligung von 2014 war da aber bereits übertroffen. Vor fünf Jahren traten nämlich nur 35,62 Prozent der wahlberechtigten Kreisstädter an die Wahlurnen.

Bis Redaktionsschluss um 0.15 Uhr fehlten noch 9 der 15 Wahllokale, deshalb ergab sich für den neuen Stadtrat nur ein vorläufiges Zwischenergebnis. An der Spitze der stärksten Parteien ändert sich demzufolge offenbar vorerst nichts. Als stärkste Kraft im Stadtrat geht abermals die CDU hervor. Während bei der vergangenen Stadtratswahl 2014 aber Die Linke und die SPD auf den nächsten Rängen folgten, deutet sich in diesem Jahr eine Wende in der Kräfteverteilung des Stadtrates an. So gewann die AfD, die 2014 nur 2,21 Prozent erreicht hatte, erhebliche Prozentpunkte und folgt knapp hinter der CDU. Drittstärkste Kraft war zu Redaktionsschluss Die Linke.

Die SPD hat deutlich an Stimmen verloren

Ihr folgt auf dem Fuße eine Wählergemeinschaft, die sich erst vor einigen Monaten neu gegründet hat und somit auch zum ersten Mal mit Kandidaten für den Stadtrat antrat: Die Bürgerbewegung HDL konnte etliche Stimmen auf einige ihrer Kandidaten vereinen.

Deutlich abgebaut hat hingegen die SPD – während die Sozialdemokraten 2014 noch 10,7 Prozent der Stimmen erreichten, waren es bis 0.15 Uhr am Montag noch nicht einmal 7 Prozent. Auch die Freie Unabhängige Wählergemeinschaft (FUWG) verlor viele Stimmen. Dafür gab es für Bündnis 90/Die Grünen und die Wählergemeinschaft Bürger für Bürger einen deutlichen Aufschwung.

Haldenslebens Stadtwahlleiterin Sabine Wendler zeigte sich gegen Mitternacht mit dem Verlauf der Kommunal- und Europawahlen in der Kreisstadt sehr zufrieden. „Wir sind wirklich dankbar für die gute Arbeit unserer vielen ehrenamtlichen Wahlhelfer“, sagte sie der Volksstimme. Als sie am Wahltag allen Wahllokalen in der Stadt einen Besuch abstattete, sei die Stimmung überall gut gewesen, erklärte Sabine Wendler. Niemand habe von Zwischenfällen berichtet. Außerdem hätten viele Wahlhelfer den subjektiven Eindruck geäußert, dass die Wahlbeteiligung in diesem Jahr besser gewesen sei, als noch bei den Wahlen vor fünf Jahren.

Offizielles Ergebnis am Mittwoch

Unter den Wahlhelfern seien auch diesmal wieder viele Mitarbeiter der Haldensleber Stadtverwaltung gewesen, erklärte Sabine Wendler. Wer von ihnen bis nach 0 Uhr arbeiten musste, könne am Montag selbstverständlich etwas später bei der Arbeit erscheinen, sagte die Stadtwahlleiterin.

Wer das offizielle Wahlergebnis erfahren möchte, muss sich übrigens noch etwas gedulden. Seine finale Sitzung, bei der das Ergebnis der Kommunalwahlen 2019 – also das des Stadtrates und das der Ortschaftsräte festgestellt wird –veranstaltet der Stadtwahlausschuss am Mittwoch, 29. Mai, um 18 Uhr im Beratungsraum 123 des Rathauses.