Wieglitz l „Die Engel sind gelandet. Sie werden uns zeigen, dass man mit ihren Vorträgen, ob gespielt oder gesprochen, auf Wolke 7 schweben kann“, sagte Astrid Leischwitz, stellvertretende Vorsitzende des Gemeindekirchenrates Wieglitz.

Sie begrüßte Burkhard Engel und seinen Sohn Martin zum Thema „Mendelssohn und Bach: Tradition beflügelt“. Mit einem Augenzwinkern ergänzte Astrid Leischwitz: „Klar, die Tradition wird uns ja auch von zwei Engeln nahe gebracht. Der Name Johann Sebastian Bach klingt in jedermanns Ohr. Wer kennt nicht zum Beispiel ,Ave Maria’?“ fragte die Wieglitzerin in die Runde. Auch Felix Mendelssohn komponierte unzählige geistliche Werke.

Aber in welcher Verbindung die beiden Komponisten miteinander standen, darüber wusste Burkhard Engel viel zu erzählen. Der Pianist wartete bereits ungeduldig darauf, zu präsentieren, was aus dem betagten Klavier der Schifferkirche herauszuholen ist.

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„Er sei der Mozart des 19. Jahrhunderts, der hellste, erste Musiker seiner Zeit,so urteilte der Komponist Robert Schumann über seinen Freund Felix Mendelssohn. Der war nicht nur ein genialer Musiker, sondern auch ein Kenner und Verehrer von Johann Sebastian Bach und dessen Söhne“, weiß Burkhard Engel.

Als Gründer des „Cantaton Theaters“ war Engel schon mehrmals in Wieglitz. Zum zweiten Mal brachte er seinen Sohn mit. „Es ist eine Herzenssache, wieder in Wieglitz zu spielen“, betonte der Vater und wechselte sich mit seinem Sohn mit Worten und Klavierkompositionen ab. Martin Engel ließ so die große Zeit dieser Künstler am Klavier wieder lebendig werden.

Während Burkhard Engel seine Gedanken über die Komponisten einfließen ließ, griffen die Finger vom Sohn in die Tasten und webten einen klanggewaltigen Teppich. Das Publikum staunte wieder über diesen 1986 geborenen Künstler, der von Geburt an blind ist und seinen ersten Klavierunterricht im Alter von neun Jahren erhielt. Von 2007 bis 2011 studierte er an der Musikhochschule Karlsruhe und errang beim Abschluss eine „Eins mit Auszeichnung“.

In der Pause machten es sich die Gäste im Partyzelt bei Kuchen, Wein und Häppchen gemütlich. Der 32-jährige Pianist erzählte: „Meine Eltern haben mir den Anstoß gegeben. Als ich 16 war, stand für mich fest, dass ich Pianist werden möchte. Die Musik ist für mich Lebensinhalt.“

Auch im zweiten Teil des Konzertes lauschten die Gäste dem Klangzauber. Dem Beifall war zu entnehmen, dass die beiden Interpreten es wunderbar verstanden haben, dem Publikum ein harmonisches, aber auch spektakuläres Kulturerlebnis zu präsentieren.

Astrid Leischwitz bedankte sich und überreichte an Vater und Sohn Reiseproviant. Dazu gehörten zwei Flaschen Himbeersaft, den die Familie Huchel eigenhändig hergestellt hatte.

Der Termin für die nächste Veranstaltung steht bereits fest. Am Sonnabend, 8. September, um 18 Uhr, gastiert das Music Projectes Altmark West mit dem Programm „Triumphs of A Capella“ in der Schifferkirche. Der Eintritt beträgt 8 Euro. Der Kultur-Shuttle-Bus wird die Bülstringer Musikfreunde nach Wieglitz und wieder zurück bringen.