Hundisburg l Sieben Jahre lang hat der Oschersleber Hans Walker (CDU) die Geschicke des Landkreises Börde maßgeblich geleitet. Dass man in einer so langen Zeit viele Freunde und Mitstreiter kennenlernt, hat man gestern in Hundisburg gemerkt. Der Hof der Alten Ziegelei war voll, Vertreter aus der Politik, der Wirtschaft, aus dem gesellschaftlichen Leben und Kultur waren gekommen, um sich noch einmal persönlich beim Landrat für die gemeinsame Zeit zu bedanken.

Allen voran Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), der extra nach Hundisburg gekommen war, um seinem Parteigenossen alles Gute für die Zukunft zu wünschen. „Diese sieben Jahre waren Jahre der besonderen Prägung“, sagte der Ministerpräsident. Nach der Kreisreform und der Kreisgebietsreform hätte Walker viel mit der Nachbearbeitung zu tun gehabt. Ihm sei es zu verdanken, dass „der neue Landkreis eine Identität gefunden hat“. „Wir konnten uns immer auf Hans Walker verlassen“, betonte Haseloff und hob dabei besonders die Zeit des Hochwassers 2013 und die Herausforderungen der Flüchtlingspolitik in den vergangenen Jahren hervor. „Du wirst in die Geschichte des Landkreises Börde und des Landes Sachsen-Anhalt eingehen“, so der Ministerpräsident.

Nicht ganz ohne Wehmut

Ernst Isensee, der als Kreistagsvorsitzender im Namen des Kreistages zu dem Empfang geladen hatte, überbrachte seinem Parteifreund, den er bereits seit fast 30 Jahren kennt, vor allem einen Wunsch: „Ich hoffe, dass Du in zehn Jahren so zufrieden sein wirst, wie ich jetzt nach zehn Jahren Rente bin.“

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Nicht ganz ohne Wehmut aber mit offensichtlich frohem Blick in die Zukunft richtete Hans Walker das Wort an seine Gäste: „Für mich gehen jetzt 49 Berufsjahre zu Ende. Ich bin dankbar für diese Zeit. Und am dankbarsten bin ich für die letzten sieben Jahre als ich als Landrat leben und gestalten konnte.“ Trotz aller Anstrengungen habe er immer einen Riesenspaß gehabt. Er habe viele Freundschaften geschlossen und gemeinsam mit vielen Partnern den Landkreis gestaltet. Dass man manchmal auch Entscheidungen treffen müsse, die anderen nicht gefallen würden, würde auch dazu gehören – sowohl in der Politik als auch in der Verwaltung.

Neben seinen Mitarbeitern dankte er auch seiner Familie und insbesondere seiner Frau, für das Verständnis und die Unterstützung in dieser Zeit. „Wenn man nicht einander unterstützt, ist man verloren“, sagte der Landrat. Das gelte insbesondere auch für die Zusammenarbeit mit den Kreistagsmitgliedern und den Landrats-Kollegen.

Die Magie der Sieben

Besonders gekonnt ließ Walkers Stellvertreterin Iris Herzig die gemeinsame Zeit Revue passieren. Dabei drehte sich alles um die Zahl Sieben. Schließlich war Walker sieben Jahre im Amt. „Du hattest sieben Jahre Zeit, um Dein Werk zu gestalten, nicht nur sieben Tage. Und du musstest auch keine sieben Weltwunder vollbringen“, sagte Herzig. Man habe zwar keinen Koloss von Haldensleben, dafür aber ein schickes neues Verwaltungsgebäude. Es gäbe auch keine hängenden Gärten in der Börde, aber dank Hans Walker immerhin einen Börde-Tag auf der Grünen Woche. „Es heißt ja auch über sieben Brücken musst du gehen. Aber sieben Brücken waren für Hans Walker immer zu wenig. Und mit seinen Sieben-Meilen-Stiefeln ist er bis nach Omsk gereist, um internationale Kontakte zu knüpfen.“ Nun habe Hans Walker also auch das verflixte siebte Jahr gut überstanden und würde seinem Nachfolger garantiert kein Buch mit sieben Siegeln übergeben. Morgen wird dann Martin Stichnoth das Ruder in die Hand nehmen und die Kreisverwaltung anführen. Der bisherige Wolmirstedter Bürgermeister wurde bei der Stichwahl am 8. April zum neuen Landrat des Landkreises Börde gewählt.