Hundisburg l Mal ein vertrockneter Baum hier, mal ein abgestorbener Baum dort – nur marginal nimmt der Spaziergänger im Landschaftspark Althaldensleben-Hundisburg die Trockenschäden wahr. Doch die Einzelfälle summieren sich. Schloss- und Parkverwalter Dr. Harald Blanke kann nach der kürzlich absolvierten Herbst-Inventur eine deutliche Bilanz ziehen: „Wir haben jede Menge Abgänge. Ein Viertel der Bäume ist tot!“ Bei einem Bestand von etwa 15.000 Bäumen macht das fast 4000 Bäume aus.

Zwar kam die extreme Trockenheit in diesem Jahr erst recht spät im August und September. „Da waren die Bäume mit der Knospenbildung zum Glück schon durch“, meint Blanke. Entwarnung kann er allerdings nicht geben. Was jetzt im Bestand geschehe, das seien die Folgen des fehlenden Niederschlags aus den vergangenen Jahren, ist er überzeugt. „Das wirkt jetzt nach“, so der Verwalter weiter.

Über die gesamten 100 Hektar des Parks würden sich die Abgänge ungleichmäßig verteilen. „Das betrifft sowohl den historischen Baumbestand als auch den Wald und den Wildwuchs“, erklärt Blanke. Mit Nachpflanzungen soll zumindest der historische Bestand erhalten werden. Eine Mammutaufgabe.

Harald Blanke rechnet damit, dass es mindestens vier bis fünf Jahre dauern wird, die aktuellen Abgänge ansatzweise wieder zu kompensieren. „Auf der einen Seite fehlt uns das Geld, weil die Stadt wegen der Corona-Krise einen Sparkurs fahren muss. Auf der anderen Seite sind wir auch personell nicht so gut aufgestellt“, sagt Blanke.

Mitarbeiter reichen nicht

Lediglich zehn Mitarbeiter stehen ihm zur Verfügung. Und die hätten bereits reichlich zu tun mit Wegebau und -pflege, mit Obstbaumschnitt und dem Vor- und Nachbereiten von Veranstaltungen. „Wir müssen und werden aber für die Verkehrssicherung sorgen“, unterstreicht Blanke. Denn den Park einfach zu sperren, das funktioniert nicht, ist schon von der Größe her unrealistisch. „Wir haben es zum Teil versucht, doch die Leute ignorieren das“, so Blankes Erfahrungen.

Für ihn ist das Ende der Fahnenstange bei den Abgängen aber noch längst nicht erreicht. „Wir werden erst im Frühjahr kommenden Jahres sehen, was die Trockenheit jetzt für Schäden anrichtet“, schwant ihm nichts Gutes.

Zumal der fehlende Regen nicht das einzige Problem für die Bäume im Park ist. Zum ersten Mal habe es in diesem Jahr einen Befall mit dem Eichenprozessionsspinner gegeben. Blanke hofft auf einen Einzelfall. Größere Sorgen bereitet ihm dagegen das Eschentriebsterben. Diese aus Ostasien eingeschleppte Pilzkrankheit befällt die Blätter der Esche und lässt so die Krone absterben. „In der weiteren Folge stirbt auch die Wurzel, und der Baum hat keinen Halt mehr“, erklärt Blanke dazu.

Und auch die Buchsbaum-Baustelle ist noch längst nicht abgeschlossen. Der komplette Bestand wird seit 2015 durch Liguster ersetzt, weil ein Pilzbefall die Buchsbäume sterben lässt. „Wenn es gut läuft, sind wir in drei Jahren durch“, hofft Harald Blanke. Eine große Hilfe dabei sei das jährliche Parkseminar, betont er. Der nächste dieser öffentlichen Arbeitseinsätze findet übrigens am Sonnabend, 10. Oktober, von 10 bis 14 Uhr im Landschaftspark statt.