Haldensleben l Seit einigen Tagen geistert er schon durch die Region. Immer mehr Menschen melden sich, die den großen flugunfähigen Laufvogel gesichtet haben. Meldungen kommen aus dem Raum Flechtingen, auch zwischen Süplingen und Bülstringen ist er gesichtet worden. Am Freitag meldeten sich dann Autofahrer, die das Tier nahe der Autobahn 2 zwischen Bornstedt und Irxleben gesehen haben. Das veranlasste die Polizei dazu, vorsorglich eine Warnmeldung über das Radio zu verbreiten.

Woher das Tier stammt, ist weiterhin völlig unklar. Züchtern und Haltern in der Region fehlt kein Tier, ergaben Recherchen der Polizei. Die beobachtet im Moment die Entwicklung. Aktiv wird sie aber nur, wenn von dem Tier im Straßenverkehr eine Gefahr ausgehen sollte. „Direkt gesucht wird nach dem Tier aktuell nicht. In der freien Fläche geht von ihm keine Gefahr aus. Wir werden erst aktiv, wenn er auf der Straße herumläuft und den Verkehr gefährdet“, sagt Polizeisprecher Joachim Albrecht vom Polizeirevier Börde in Haldensleben.

Polizei reagiert bei Gefährdung

Gehen bei der Polizei entsprechende Meldungen ein, würden Beamte ausrücken und versuchen, das Tier einzufangen, oder die Gefahrenlage zu beseitigen, so der Polizeisprecher.

Nandus aus Südamerika in freier Wildbahn in Deutschland – das ist gar nicht mehr ganz so ungewöhnlich, weiß Konstantin Ruske, Kurator für Tierbestand und Artenschutz, im Magdeburger Zoo. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es bereits eine stabile Population. Ende vergangenen Jahres wurden hier 244 Tiere gezählt. Die Population im Landkreis Nordwestmecklenburg geht auf Nandus zurück, die im Jahr 2000 aus einem Gehege im schleswig-holsteinischen Grönau ausgebüxt sind.

Robuste Tiere

Nandus bevorzugen die offene Landschaft und ernähren sich von frischem Grün auf Feldern und Wiesen sowie Insekten. „Sie sind nicht besonders wählerisch und auch recht robust, was Temperaturen angeht“, sagt Kurator Konstantin Ruske. Es sei durchaus denkbar, dass der Börde-Nandu von Mecklenburg-Vorpommern bis hier her gewandert sei.

In Mecklenburg-Vorpommern, wo es sogar ein Nandu-Monitoring, also eine Beobachtung über einen langen Zeitraum, gibt, hat man bereits erkannt, dass die Tiere ihren Lebensraum immer mehr vergrößern. Oder der Börde-Vagabund ist eben doch einem Halter oder Züchter in der Gegend weggelaufen.

Gefahr droht dem Nandu in der Börde nur durch Autos oder den Wolf. Dem Jagdrecht unterliegen die Tiere übrigens nicht.

Informationen zu den in Mecklenburg-Vorpommern wild lebenden Nandus finden Sie hier.