Haldensleben l „Mit dem Rückblick auf die Literaturtage 2017 wollen wir die aktiv Beteiligten würdigen, zum Mitmachen an den nächsten Literaturtagen ermutigen und zugleich Ideen für 2018 sammeln“, erklärte Janina Otto. Sie leitet den Alsteinklub in der Kulturfabrik. Renate Schmidt, Abteilungsleiterin Kultur im Rathaus, gab daher einen kurzen Rückblick auf die vergangenen Stadtliteraturtage. Sie betonte die Grundidee, die von Museumsleiterin Judith Vater stammte: „Damit Literatur für jeden interessant wird, muss man sie vom Sockel holen.“ Darum wurden in der Stadt öffentliche wie private Orte gefunden, an denen Literatur hautnah erlebt werden konnte.

Foto-Show über Lese-Orte

Um dies zu zeigen, präsentierte Reinhard Schreiber, Mitarbeiter der Kulturfabrik, eine Foto-Show. Damit sollten die Gäste in das Ambiente der Schauplätze eintauchen. Die Orte waren sehr vielseitig: eine Erdhöhle, eine Bauruine, ein Supermarkt, ein Friseurgeschäft, eine Bäckerei, eine Apotheke, eine Gaststätte und vieles mehr. Unter Schmunzlern ließen die Beteiligten die Fotos auf sich wirken und erinnerten sich an die Veranstaltungen.

Renate Schmidt erklärte, dass digitale Medien eine große Rolle bei der Literaturvermittlung spielten. So beispielsweise das Multitouchtable in der Bibliothek, das gut ankam. Dieses Gerät ermöglicht unter anderem ein Zitate-Quiz. „Ich sehe in neuen Medien die Chance, auch Jüngere für Literatur zu begeistern.“ Auch die Verbindung von Literatur mit Musik, Theater und Kulinarik wurde gut von den Bürgern aufgenommen.

May-Spektakel am Canyon

Danach zeigte Reinhard Schreiber Szenen aus einem Making-Of des Stücks „Der Schatz im Silbersee“. Hintergrund: Am Canyon in Süplingen wirkten Einwohner 2017 als Cowboys und Indianer an einer szenischen Performance mit, die auf dem Karl-May-Klassiker basierte. Bei der Vorführung zu sehen waren unter anderem ein Bär, der Cowboys jagte und waghalsige Manöver. Das brachte das Publikum zum Lachen. „Auch wenn die Arbeit schwer war, hatten die Beteiligten und Besucher viel Spaß dabei“, erzählte Renate Schmidt.

„Weil viele über die kurze Dauer der Literaturtage klagten, werden diese nun auf zwei Wochen ausgedehnt“, erklärte Renate Schmidt. Sie werden vom 8. bis 23. September stattfinden. Bis Ende Juni 2018 sollen das Programmheft und die Werbemittel gedruckt werden. Alle, die sich beteiligen wollen, sollten bis zum 31. März ihre Beiträge abgeben. Der Inhalt der Literaturtage soll bis zum 30. April zusammengestellt werden.

Ortsteile mit einbinden

Zum Abschluss eröffnete Renate Schmidt eine Diskussionsrunde. Viele Beteiligte berichteten über ihre Eindrücke, ihre Erfahrungen und äußerten Lob und Kritik. Weiterhin debattierten die Initiatoren, inwiefern bestimmte Schauplätze zu den jeweiligen Lesungen und Vorträgen passten. Weitere Ideen für mögliche Schauplätze und Veranstaltungen wurden gesammelt. Reinhard Schreiber wolle die Ortsteile wie Wedringen und Süplingen mehr bei den Tagen integrieren.

Auf Zetteln schrieben die übrigen Besucher ihre Ideen und Vorschläge für 2018 auf. Über Printmedien und digitale Medien sollen verstärkt Leute angesprochen werden, die mitmachen wollen. „Ich finde jedoch, dass die persönliche Ansprache am besten funktioniert“, meinte Renate Schmidt. Den meisten Initiatoren bereitete die aktive Beteiligung an den Literaturtagen viel Freude und sie sind bereits auf eine Neuauflage gespannt.