Storchennachwuchs

Luise wächst in Adoptivfamilie auf

Erst brütete eine Pute die vier Eier aus dem Strochennest in Wieglitz aus. Nun wachsen die Storchenjungen bei Adoptiveltern auf.

Von Anett Roisch 13.08.2016, 01:01

Loburg/Wegenstedt l „Die kleinen Störche wurden alle beringt und in einem Alter von etwa fünf Wochen in Nester wildlebender Störche eingesetzt. Dieses Adoptionsverfahren hat sich als erfolgreiche Auswilderungsstrategie herausgestellt“, erklärte Louise Rawolle, Sachbearbeiterin für Projektmanagement in der Vogelschutzwarte Storchenhof Loburg.

Doch wie wurden die vier Langschnäbel zu Waisen? Rückblick: Peter Loskarn, Weißstorchbeauftragter im Altkreis Haldensleben, hatte Ende Februar das alte Nest mit Hilfe einer Hubarbeitsbühne der Werkfeuerwehr Zielitz auf dem Schornstein auf Vordermann gebracht. Zur Freude alle Beteiligten und Bewohner von Wieglitz, hatte sich im April diesen Jahres ein Storchenpaar gefunden und den Horst zum Liebesnest erklärt. Die Adebars begannen ihre Eier auszubrüten. Dann geschah das Unglück. Das Männchen wurde von einem Motorrad angefahren und starb. Nun mussten Taten folgen. Die einzige Chance, den Nachwuchs zu retten, war es, die Eier aus dem Nest zu holen und ausbrüten zu lassen. Wenn ein Brutpartner tot ist, bleibt keine andere Möglichkeit. Familie Huchel in Wieglitz hatte eine Hühnerglucke besorgt, aber die schien nicht die richtige Besetzung für diese Aufgabe zu sein, Loskarn brachte die Eier zum Storchenhof. Dr. Christoph Kaatz von der Vogelschutzwarte wusste schon Bescheid und wartete auf seinen Freund Loskarn und dessen kostbaren Fracht. Auf dem Storchenhof gibt es nicht nur ein ganzes Expertenteam, sondern auch eine Pute. Die Leihmutter setzte sich auf die vier Eier und brütete die Jungen aus.

Per Hand wurden die vier Waisen aus Wieglitz aufgezogen. Der Jungstorch Sigurd wurde in das Nest „Dammstraße“ in Loburg eingesetzt. Seine neuen gefiederten Eltern sind nun Mina und Jürgen. Roland wurde in Miesterhorst eingesetzt. Luise fand in Wegenstedt Adoptiveltern. Gemeinsam mit einem anderen Jungstorch genießt sie nun die Fürsorge der langbeinigen Eltern. Ein Storch hat noch keinen Namen und könnte noch nachträglich bepatet werden. Der Pate erhält eine Urkunde und wird über Sichtungen des Storches informiert. „Die Kosten für eine Patenschaft betragen 50 Euro pro Jahr. Bei weiteren Fragen stehen wir gerne zur Verfügung“, erklärte Louise Rawolle, die telefonisch unter 03 92 45/25 16 oder per Mail unter [email protected] zu erreichen ist.

Weitere Informationen über die Arbeit und das Engagement der Tierschützer sowie über Tierpatenschaften und Projekte gibt es auch unter www.storchenhof-loburg.de.