Eickendorf l „Alles Stroh, was in Eickendorf in den Scheunen lagert, muss hergeschafft werden“, so lautet der Befehl des Königs (Jens Buchhorn). Aus reiner Geldgier veranlasst der Gekrönte den Transport direkt in die Kirche, in der Marie (Susanne Cherubim) sitzt und bitterlich weint.

Aber nun von Anfang an erzählt: Der Müller (Jana Sue) ist ein Aufschneider und behauptet, dass seine Tochter Marie Stroh zu Gold spinnen kann. „Was gibt du mir, wenn ich es tue?“, fragt ein Männchen (Heike Sue), das es drauf hat. Der König will mehr Gold und ordnet an, das ganze Stroh des Dorfes zu verarbeiten. Und so kommt es, dass Marie dem wundersamen Kerlchen in ihrer Not ihr erstes Kind verspricht. Der König, der reichste Mann vom Hütteberg, heiratet Marie. Als sie stolz dem Publikum ihr Baby präsentiert, kommt das Männchen um seinen Lohn abzuholen. Es gibt einen Deal, bei dem es gilt, den Namen des Männchens herauszufinden. Bodo Schwab bringt als Mondlicht in die Nacht. Als Bote reitet Udo Cherubim durch den Flechtinger Höhenzug und entdeckt am Feuer den kleinen Gesellen, der singt: „Ach wie gut, dass keiner weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß.“ Das hören auch die Kinder in der Kirche, die es beim Aufgehen der Sonne (Kerstin Schlüter) laut rufen. Mit einem ohrenbetäubenden Knall verschwindet das Männchen und die Eickendorfer feiern ausgelassen.

„Viel Zeit zum Proben hatten wir nicht“, gesteht Heike Sue, Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, während sie ihre Verkleidung ablegt. Sie betont, dass dies alles nur möglich ist, weil sie ein zuverlässiges Team um sich hat.

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Ortsbürgermeister Udo Cherubim (parteilos) verkündet, dass Einheitsgemeinde-Bürgermeister Hans-Werner Kraul (CDU) eigentlich zum Weihnachtsmarkt kommen wollte, aber nun doch abgesagt hat. „Herr Kraul muss heute kurzfristig bei einem Fußballspiel als Schiedsrichter einspringen. Er hat mich gebeten, ihn zu entschuldigen. Er ist heute morgen extra nach Eickendorf gekommen, um uns den Umschlag mit einem Geldschein zu überreichen. Wir werden uns im Ortschaftsrat beraten, wem wir das Geld zugute kommen lassen“, sagte der Ortschef.

Mucksmäuschenstill wird es, als die singenden „Prinzen“ vom Knabenchor mit dem Lied „Guten Abend schön Abend“ das erste Stück anstimmen. Der Abend setzt sich nach den Aufführungen fort, denn als Stargast kommt der Weihnachtsmann. Jedes Kind muss dem Bärtigen ein Lied oder ein Gedicht vortragen. Das funktioniert auch in den meisten Fällen. Aber auch, wer vor lauter Aufregung kein Wort her- ausbekommt, kriegt ein Geschenk mit dem Auftrag, bis zum nächsten Jahr ein Gedicht zu erlernen.