Weferlingen l Noch aus dem alten Jahrtausend stammt der Container-Bau der Gebäude B und C des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums Weferlingen. Um seinen Raumbedarf zu decken, wurden die beiden Container seinerzeit als Ersatzlösung aufgestellt und seitdem nicht wieder angefasst. Vor allem die oberen Klassen werden darin unterrichtet. Bei seinem Besuch im Gymnasium am Montag konnte sich Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) unter anderem in einem der Container umsehen und der Klasse 9a zum Thema Sokrates im Ethik-Unterricht sogar einige Fakten beisteuern.

Doch das eigentliche Thema der Schulleitung in diesem Punkt betraf natürlich einen Schulneubau, auf den schon seit Jahren gehofft wird. Der allerdings liegt in Regie des Landkreises Börde als Schulträger der Gymnasien. Landrat Martin Stichnoth (CDU) lud die Schüler zunächst einmal zu einem Besuch im Kreistag ein, um sich dort über die Arbeit des Gremiums zu informieren. Damit griff er zuvor an die Gymnasiasten ausgesprochene Einladungen von Reiner Haseloff in den Landtag und vom CDU-Bundestagsabgeordneten Manfred Behrens in den Reichstag nach Berlin auf.

Weferlingen auf Listenplatz 2

Schon vor seiner Zeit als Landrat, so Martin Stichnoth, sei ein Investitionsdefizit im Bildungsbereich von 90 Millionen Euro im Kreis entstanden, der katalogisiert sei und den es nun schrittweise abzubauen gilt. Es gebe eine Prioritätenliste, auf der der Bau eines Förderschulcampus in Klein Oschersleben als Ersatzneubau für die Schulen in Hamersleben und Wefensleben an erster Stelle steht, dann aber folgt schon das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Weferlingen. Der Neubau des Förderschulcampus ist zwar im Kreistag zunächst abgelehnt worden, aber das Thema damit noch nicht vom Tisch. Weferlingen bleibt aber im Blickfeld.

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„Wir waren als Landkreis schon immer gut darin, Fördermittel zu beantragen“, zeigte sich Martin Stichnoth optimistisch. Ein Konzept für den Schulbau liege ebenfalls bereits vor. Der Knackpunkt: Wenn das Konzept umgesetzt wir, werden in Weferlingen 11,9 Millionen Euro verbaut. Man müsse berücksichtigen, dass das nicht sofort realisiert werden könne.

Bei allen Bemühungen müssen auch Belange wie ein barrierefreier Bau oder der Denkmalschutz eine Rolle spielen. das Hauptgebäude der Schule ist nämlich bereits mehr als 100 Jahre alt. Wer zeitgemäß baut, so der Landrat, muss Kriterien wie die Barrierefreiheit beachten. In Weferlingen gebe es bereits einen Schüler mit entsprechendem Bedarf. Er hoffe, dass die Schulleitung im Prozess der Konzeptentwicklung involviert worden war. Darauf konnte Schulleiter Thomas Grießbach nickend zustimmen. Auf eine konkrete zeitliche Aussage einer Umsetzung des geplanten Erweiterungsbaus konnte sich der Landrat aber noch nicht festlegen.