Seggerde l Das Frühjahr nutzen die Mitglieder des Hegeringes Belsdorf alljährlich für einen Umwelttag, bei dem sie in den Wäldern ihres Verantwortungsgebietes Müll sammeln und auf Container laden. Einen Container mit einem Fassungsvermögen von zehn Kubikmetern konnte auf dem Gutshof von Seggerde ohne Probleme gefüllt werden. Altreifen, Auslegware, Windeln und allerlei Hausmüll waren von den 19 Jägern und Helfern, die sich an der Aktion beteiligten, aufgefunden worden. Der Container reichte nicht aus, um den gesammelten Müll zu fassen, es musste durch die Jagdgemeinschaft Behnsdorf noch ein zweiter Container zusätzlich geordert werden.

Zum Hegering Belsdorf gehören die Gemeinschaftsjagdgebiete Belsdorf, Behnsdorf, Siestedt-Ribbensdorf, Hödingen, Weferlingen, Walbeck und der Eigenjagdbezirk Seggerder Forst. „In diesen Gebieten wurde durch uns Jäger mit Unterstützung von Naturfreunden die Umwelt von nicht rechtmäßig entsorgtem Wohlstandsmüll befreit“, berichtet Naturschutzverantwortlicher Frank Damas.

„Es ist ja nicht nur so, dass diese Schandflecken in der Landschaft unschön aussehen, sondern es geht vor allem auch eine Gefahr für die Natur- und Tierwelt aus“, sagt Frank Damas. Reststoffe in Flaschen und Behältern bergen nicht selten Risikopotenzial, Plastesäcke und Bänder verseuchen die Umwelt und gefährden die Tierwelt.

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Vor der Frühjahrsaktion in Feld, Wald und Flur hatte sich der Hegering Belsdorf zur Jahreshauptversammlung getroffen. Unter anderem stand die Neuwahl des Vorstandes auf der Tagesordnung. Hegeringleiter ist Siegfried Fraß, als Stellvertreter fungiert Bernd Herrmann. Die Funktion des Kassenwartes liegt bei Ulrich Hildebrandt, und Schriftführer ist Heinz Bötticher. Der Vorstand benannte die Obleute für das Hundewesen, Thomas Schmidt, und für den Naturschutz, Frank Damas.

Jagdwesen ist mehr als nur ein Hobby

Seit Ende Dezember 2018 ist in Sachsen-Anhalt die Verordnung Natura 2000 in Kraft getreten. Mit ihr sollen nach der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie von 1992 besonders schützenswerte Lebensräume vor einer Verschlechterung bewahrt werden, berichtet der Naturschutz-Obmann. Rund elf Prozent Landesfläche von Sachsen-Anhalt in 298 gemeldeten Gebieten sein davon betroffen.

Im Zuge des Beteiligungsverfahrens zur Verordnung hatte sich der Landesjagdverband in die Erarbeitung eingebracht, mit dem Ziel, die jagdlichen Einschränkungen so gering wie möglich zu halten. „Jagd bedeutet nämlich Verantwortung, sie ist kein Hobby, sondern eine Herzensangelegenheit“, sagt Frank Damas. Deshalb braucht die Jagd Frauen und Männer, die Verantwortung für die Natur und Umwelt übernehmen.

Und dazu gehört für die Männer und Frauen des Hegeringes auch das Aufräumen des Unrats, denn andere achtlos im Wald entsorgen, ohne an die Folgen für die Natur zu denken. Dabei gibt es im Land viele Möglichkeiten, seinen Sperrmüll kostenfrei und seinen Hausmüll kostengünstig loszuwerden.