Haldensleben l Umgeben von Grün ist die Johanne-Nathusius-Schule ein guter Ort zum Lernen. Einst war sie die modernste Schule. 1998 war das. Über 20 Jahre später ist davon nichts mehr zu sehen. Das Gebäude der Förderschule für geistige Entwicklung braucht an vielen Ecken eine Frischekur. Doch die Kassen des Landkreises, dem die Schule gehört, sind klamm.

„Das Problem ist die alte Bausubstanz“, sagt Sven-Holger Teßmann. Doch auch die Inneneinrichtung ist nicht mehr die Neueste. Die Möbel in den Gruppenräumen sind teils 20 Jahre alt – „gut gehalten“ hätten sie sich, wie der Schulleiter betont. Im Jahr 1997 wurde die Schule für insgesamt 6 Millionen Euro gebaut. Heute, 23 Jahre später, muss das Gebäude saniert werden. Der Landkreis hat einen Gesamtinvestitionsbedarf von 2,3 Millionen Euro für die Schule errechnet. Wie Pressesprecher Uwe Baumgart mitteilt, sind Sanierungsarbeiten an Fassade, Dach, sanitären Einrichtungen, Wänden sowie Böden nötig. Auch die Außenanlagen benötigen eine Frischekur.

Trotzdem investiert der Landkreis in den kommenden Jahren nur einen Bruchteil. So sollen in diesem Jahr Malerarbeiten in den Fluren und der Cafeteria vorgenommen werden. Die Warmwasserbereitung und Wechselsprechanlage sollen ebenfalls erneuert werden. 45 000 Euro kostet das. Im kommenden Jahr sollen laut Landkreis „sicherheitsrelevante Anlagen“ kommen. Das kostet 320 000 Euro.

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Für 2022/2023 stehen laut Uwe Baumgart dann die Sanierung der Fassade, des Daches und der sanitären Anlagen auf dem Plan – allerdings unter Vorbehalt „der weiteren Haushaltsplanungen und Prioritätensetzungen“.

Therapieraum wird nicht genutzt

Dabei lernen die Schüler heute schon „wie in einer Puppenstube“, wie Teßmann sagt. Die Klassenräume für die fünf bis acht Personen starken Gruppen sind klein. In jedem Raum ist eine Mini-Küchenzeile, da das Frühstück in der Lerngruppe gemeinsam vorbereitet wird. Das gehört zum Konzept der Schule. Auch im kleinen Waschraum werden Handtücher gemeinsam gewaschen. Daneben gibt es einen Therapieraum mit einem integrierten Whirlpool, der nicht mehr genutzt wird. „Die Reinigung war nach der Nutzung zu aufwendig“, erklärt Teßmann. Im Zuge der Sanierung könnte dieser Whirlpool laut dem Schulleiter abgerissen werden.

Doch im Landkreis gibt es noch viele andere Schulen, die sanierungsbedürftig sind. Das Amt für Gebäudemanagment des Kreises bezifferte den Sanierungsstau an Schulen zuletzt im September auf 100 Millionen Euro. Auch die Förderschule in Uthmöden beklagte erst vor kurzem sicherheitsrelevante Mängel. Doch auch dort werden die Pläne immer wieder verschoben.

Einen kleinen Wunsch hat sich die Schule gemeinsam mit dem Förderverein selbst erfüllt: einen Snoezelraum. Für den Mehrzweckraum wurden Spenden gesammelt. Dort sollen die Kinder entspannen und von der Reizüberflutung des Alltags abschalten. Und auch auf W-Lan dürfen sich Schüler und Lehrer freuen, die im Rahmend es Digitalpaktes angeschafft werden sollen.