Haldensleben l Eine Fortschreibung und Aktualisierung des Radwegekonzeptes des Landkreises ist seit längerem immer wieder Thema in Kreisverwaltung und Kreistag gewesen. Jetzt geht der Landkreis das Thema offensiv und vielschichtig an. Landrat Hans Walker gab jetzt gemeinsam mit der „BTE Tourismus- und Regionalberatung“ den Startschuss für das jüngste Projekt des Landkreises. Ziel ist es, die bestehenden Radwege und Planungen für ein weitgefächertes Radwegenetz in Einklang zu bringen.

Rund 130.000 Euro stehen dafür zur Verfügung. Das Land Sachsen-Anhalt fördert das Projekt mit 80.000 Euro aus dem Regionalentwicklungsfonds, der Landkreis Börde steuert 50.000 Euro aus dem eigenen Haushalt bei.

130.000 Euro stehen bereit

Mit der Erstellung des Konzeptes ist die Firma BTE Tourismus- und Regionalberatung Hannover betraut worden. Sie hatte die Vergabeausschreibung gewonnen. Zudem ist die Firma in der Region keine Unbekannte. Sie hat bereits für den Naturpark Drömling ein Tourismuskonzept erarbeitet. Dies könne nun auch in das Kreiskonzept mit einfließen, sagt Kreis-Sprecher Uwe Baumgart.

Zum Projektauftakt konnte Landrat Hans Walker Akteure aus den kreisangehörigen Gemeinden, der BTE und Vertreter aus dem Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr begrüßen. „Ein funktionierendes Wegenetz ist eine Voraussetzung, um das Rad für Fahrten zur Arbeit, für alltägliche und touristische Zwecke einzusetzen. Genau darauf zielt das Projekt ab“, hieß es.

Einer Studie des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) zufolge werden rund 66 Euro pro Person und Tag durch Radtouristen in einer Region ausgegeben. Ein Aspekt, der die Bedeutung des Radtourismus insbesondere auch für die Hotellerie und Gastronomie unterstreicht, so Kreis-Sprecher Baumgart.

Firma aus Hannover beauftragt

Der Radverkehr habe jedoch nicht nur eine Bedeutung für die touristischen Routen. Durch das neue Radwegekonzept soll eine stärkere Nutzung durch alle Alters- und Nutzergruppen erreicht werden. Darauf wird sich die Studie auch konzentrieren. „Radeln zur Arbeit“, „Radeln im Alltags- und Schülerverkehr“ oder „Radeln mit touristischem Hintergrund“ sollen weiter an Bedeutung gewinnen, so das Ziel des Projektes.

Das Konzept für den Landkreis entsteht unter der Federführung von BTE in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden. Fragen der sicheren Nutzung vorhandener Radwege und des Lückenschluss zwischen vorhandenen Radwegen sind genauso wichtig, wie der weitere Radwegeausbau auch entlang von Gemeinde-, Kreis-, Landes- und Bundesstraßen. Genau auch dafür wird das Konzept gebraucht, um den Bedarf an einer öffentlichen Förderung durch Land, Bund oder Europäischer Union zu begründen, erläutert Uwe Baumgart.

Wege nicht nur für Touristen

Neben dem neuen Radwegekonzept wird aktuell zudem ein Tourismuskonzept als Kooperationsarbeit des Landkreises Helmstedt, der Samtgemeinde Cremlingen und des Landkreises Börde erarbeitet. Durch passende Angebote sollen touristische „Leuchttürme“ künftig noch besser durch den Radverkehr gestärkt werden, so Uwe Baumgart.